ADAC: David gegen Goliath – Sicherheitsfairness dringend notwendig
Im ersten Halbjahr 2008 nahm nach Auskunft des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg die Zahl der Neuzulassungen im Kleinstwagen-Segment im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent überdurchschnittlich zu.
Deshalb hat der ADAC vor kurzem einen Kompatibilitätscrash durchgeführt, um Autoindustrie und Politik wach zu rütteln und um mehr Sicherheitsfairness zu erreichen.
Ein kleiner Fiat 500, als sicherstes Auto seiner Klasse, mit 5 Sternen beim EuroNCAP-Crashtest ausgezeichnet, trat gegen einen Audi Q7 an.
Das Ergebnis ist schockierend: Ein sogar lebensbedrohliches Verletzungsrisiko im Kleinwagen ist nicht auszuschließen. Das Risiko im Audi Q7 liegt dagegen für alle Passagiere auf einem eher geringen Niveau.
Der Grund für das schlechte Abschneiden des Fiat liegt natürlich in der mehr als doppelt so großen Masse des Q7. Doch ganz hilflos, wie die Autoindustrie oft tut, sind die Entwicklungsingenieure von SUVs nicht. Mit konstruktiven Maßnahmen wäre nämlich ein Partnerschutz möglich, bei dem das größere Fahrzeug dem kleineren hilft, die auftretende Gesamtenergie abzubauen. Ein zusätzlicher zweiter und dritter Lastpfad würde die auftretende Energie noch besser abbauen und den Q7 weniger aggressiv machen. Eine solche Verbesserung käme auch den Audi-Insassen zugute. Denn nicht immer ist der Gegner ein Kleinwagen.
Das gilt natürlich nicht nur für den Audi, sondern für alle SUV-Hersteller.
Deshalb ist neben dem Aspekt Spritsparen, die Sicherheitsfairness zwischen kleinen und großen Fahrzeugen auch in der gesellschaftspolitischen und verkehrspolitischen Diskussion unbedingt zu berücksichtigen.
Aber auch an den Gesetzgeber appelliert der Club. Er sollte im Rahmen des Zulassungsverfahrens die Anforderungen für den Partnerschutz verschärfen und ergänzende Partnerschutz-Crashtests einführen.
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