Automobilbau kurz vor Revolution
Die hohen Rohstoff- und Energiepreise erzwingen eine technologische Neuorientierung der Automobilbranche, der nicht alle deutschen Zulieferer gewachsen sein werden. Die Folge wird eine Konsolidierungswelle in der Zulieferbranche sein. Das sind Ergebnisse einer Studie des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young. Die aktuelle Untersuchung basiert auf einer telefonischen Befragung der Geschäftsführung von 150 deutschen Automobilzulieferbetrieben, die im Mai und Juni 2008 durchgeführt wurde.
„Die Perspektiven für die Automobilindustrie haben sich in den vergangenen Monaten erheblich eingetrübt”, sagte Peter Fuß, Partner bei Ernst & Young, und Autor der Studie bei der Präsentation am 7. August. Hinzu käme, dass die Automobilbranche angesichts der Klimadebatte und der hohen Kraftstoffpreise vor schwierigen Herausforderungen stünde: Sie müsse die Verringerung des Kraftstoffverbrauchs und die Reduzierung bzw. Vermeidung von Emissionen erreichen sowie in alternative Kraftstoffe und neue Antriebstechnologien investieren. „Vor uns liegt so etwas wie eine Revolution im Automobilbau”, stellte Fuß fest. „Viele Zulieferer müssen sich jetzt neu ausrichten und erhebliche Investitionen tätigen. Ein ‚Weiter so’ wird es nicht geben.”
Der kostenbedingte Aufbau von Produktionskapazitäten im Ausland werde sich in den kommenden Jahren erheblich verlangsamen. „Die steigenden Energiepreise machen eine Produktion im Ausland – sofern sie in erster Linie das Ziel verfolgt, den westeuropäischen Markt zu beliefern – zunehmend unattraktiv, da die Logistikkosten sowie Probleme bei Qualität und Flexibilität einen erheblichen Teil der Kosteneinsparung wieder auffressen”, sagte Fuß. Gut jeder dritte Zulieferer will deshalb innerhalb der kommenden zwölf Monate die Zahl der Mitarbeiter erhöhen, 88 Prozent der Unternehmen planen, die Beschäftigung in Deutschland mindestens konstant halten.
Download der Studie bei Ernst & Young
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