Landrover: Mit 133 Euro „freikaufen“?
„Nachhaltige Unternehmenspolitik“ nennt es der Automobilhersteller Land Rover, „verantwortungslose Kfz-Vorliebe kompensieren“ sagt Greenpeace Österreich dazu. Corpus Delicti ist das „CO2-Offset Programm“ des britischen Geländewagenbauers Land Rover. Am Dienstag hatte Land Rover in Wien bei einem Pressegespräch angekündigt, dass das „CO2-Offset-Programm“ ab sofort auch in Österreich eingeführt wird. Land-Rover-Kunden sollen dadurch die künftig zu erwartenden Emissionen ihrer Fahrzeuge finanziell ausgleichen können. Die Zahlung ist „nicht optional“ sondern obligatorisch.
Abhängig vom Neuwert des Modells soll der „Ablass“ zwischen 133 und 241 Euro betragen. „Mit diesem Programm – es ist das erste und größte seiner Art in der Automobilbranche – werden dann alle CO2-Emissionen ausgeglichen, die beim Betrieb des Fahrzeuges während der ersten 75.000 km anfallen“, teilte der Autobauer mit. 2009 will Land Rover Österreich so durch den Verkauf von geschätzten 1.400 Offroadern zirky 250.000 Euro an “Climate Care”, einem Anbieter von Emissionsausgleichsleistungen zahlen können.
„Land Rover will seine Kunden glauben machen, dass man für 133 Euro plötzlich mit gutem Gewissen ein Zwei-Tonnen-Auto kaufen kann”, monierte Greenpeace-Sprecher Jurrien Westerhof tags darauf. „Die Durchschnittsemissionen der Marke Land Rover betragen 249 Gramm CO2 pro Kilometer, womit der britische Hersteller von allen europäischen Marken nach Porsche der zweitgrößte Klimasünder ist. Die Emissionen eines durchschnittlichen Land Rover sind rund doppelt so hoch wie der Wert, den Autos 2012 im Schnitt emittieren sollen“. Zudem, so Greenpeace, präsentiere sich die Marke gern als Auto für Abenteurer, erreiche „in Österreich ihre größte Dichte aber vermutlich in der Wiener Innenstadt“. Land Rover wolle mit seiner Aktion vermitteln, „dass man seine verantwortungslose Kfz-Vorliebe mit nur 133 Euro kompensieren“ könne.
2006 hatte Land Rover sein Programm mit CO2-Ausgleichsmaßnahmen in Großbritannien gestartet, um die durch die Fertigung in den Land Rover-Werken verursachten Emissionen zu reduzieren, und auch dort den Kunden den Emissions-Ausgleich abzuverlangen. „Nach dem großen Erfolg dieses Programms in Großbritannien wurde das Programm schrittweise in Norwegen, Schweden, Niederlande und Belgien eingeführt, ab sofort nun auch in Österreich. Weitere Märkte sollen noch in diesem Jahr folgen“, kündigte Land Rover an.
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