Neue VCD Auto-Umweltliste: Sieger Toyota Prius


Im Abstand von zwei Jahren fragt der VCD – konzeptionell unterstützt vom Öko-Institut – bei den Herstellern nach Details der Produktion, prüft die Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichte, untersucht das Engagement für bessere Umwelttechnik in den Fahrzeugen und die Qualität der umweltrelevanten Informationen für die Autokäufer. Diesmal wurden über 350 Fahrzeuge unter die Lupe genommen.
Der Toyota Prius ist diesmal knapp vor dem Honda Civic Hybrid Gewinner der VCD Auto-Umweltliste. Der Honda Civic Hybrid landet hinter dem Prius auf Platz 2. Dafür führt er aber die Bestenliste der Kompaktklasse an. Die weiteren Platzierungen sind direkt bei VCD ersichtlich.
Der Toyota Prius und der Honda Civic Hybrid, unterscheiden sich in ihrem Hybrid-Konzept. Der Prius ist ein Vollhybrid, Honda nennt den Civic einen „mild hybrid“. Den Prius treiben ein 57 kW-Benzinmotor und ein 50 kW-Elektromotor an, der Honda hat einen stärkeren 70 kW-Verbrennungsmotor, der durch einen 15 kW-Elektromotor unterstützt wird. Beim Anfahren setzt der kräftige Toyota-Elektromotor den Prius allein in Bewegung, beim Honda leistet der E-Motor lediglich Unterstützung. Der E-Motor kann den Prius bei niedriger oder konstanter Geschwindigkeit kilometerweit ohne den Benzinmotor bewegen, der dann ausgeschaltet ist. Beim Honda läuft bei der Fahrt der Benzinmotor immer mit. Wenn er nicht gebraucht wird, werden die Ventile aller vier Zylinder geschlossen und die Kraftstoffzufuhr unterbrochen. Beide Hybrid-Pkw erzeugen den Strom ausschließlich an Bord, sie können nicht per Steckdose geladen werden. Der Clou: Der Strom wird teilweise durch Energie erzeugt, die sonst ungenutzt verpufft: durch die Nutzung des Schwungs nach dem Dynamo- Prinzip beim Fahrrad – immer dann, wenn der Fahrer kein Gas gibt. Auch die Bremsenergie wird in elektrische Energie umgewandelt und zum Aufladen des Batteriemoduls genutzt. Der Hybridantrieb ist deshalb besonders sparsam bei Fahrten mit häufigem Tempowechsel, also in der Stadt und auf Landstraßen. Bei Autobahnfahrten sind moderne Dieselmotoren im Vorteil.
Die VCD-Experten haben bei Ihrem Umweltcheck auch folgende, allgemeine Punkte festgestellt.
Neue Hoffnung: Elektroauto
Künftig sollen Autos mit Strom fahren und somit der Automobilität weder Ölpreis noch Klimawandel im Weg stehen. Kein Zweifel, das Elektroauto bekommt eine neue Chance, hier muss geforscht und entwickelt werden. Denn bisher gibt es weder eine ausgereifte und bezahlbare Batterietechnik noch eine Infrastruktur für massenhafte Elektromobilität. Auch optimistische Schätzungen gehen davon aus, dass im Jahr 2020 nur zwei Millionen Elektroautos in Deutschland zugelassen sein werden – bei einem Gesamtbestand von ca. 50 Millionen Pkw. Und für den VCD ist klar: Es muss beim beschlossenen Atomausstieg bleiben.
Kampf um Rußfilter ist gewonnen
Der Treibhauseffekt ist, global gesehen, das größte Umweltproblem. Die Note für den Ausstoß des Treibhausgases CO2 fließt deshalb auch zu 60 Prozent in die Gesamtbewertung in der VCD Auto-Umweltliste ein. Viele Jahre hat der VCD gegen den Widerstand der Autohersteller dafür gekämpft, dass der geregelte bzw. geschlossene Partikelfilter zur Serienausstattung wird. Er eliminiert fast 100 Prozent des gesundheitsgefährdenden, krebserzeugenden Dieselrußes. Der Kampf ist nun gewonnen. Etwa 90 Prozent der Neuwagen haben einen Vollfilter.
Ganz schön viel Öko
Auffällig in diesem Jahr ist die Vielzahl der Namenszusätze bei Autos, die Öko versprechen: die GreenLine von Skoda, die Formel „e“ bei Audi, EcoFLEX und ECOnetic bei Opel und Ford, EfficientDynamics bei BMW, BlueMotion bei VW, BlueEFFICIENCY bei Mercedes usw.
Die Kunden sind verwirrt. Hinter jeder Bezeichnung verbirgt sich ein anderes Technikpaket zur Verbrauchsminderung. Das zurzeit umfangreichste System ist das von BMW: Es umfasst Start-Stopp-Automatik, Bremsenergierückgewinnung, Schaltanzeige, reduzierten Rollwiderstand und Luftklappensteuerung. Einsparung laut BMW: bis zu 23 Prozent. Die Technik ist seit 2007 eine Million Mal verbaut worden. Inzwischen sind die meisten BMW-Modelle damit ausgestattet. EfficientDynamics kostet keinen Aufpreis, anders als beispielsweise bei VW. Die BlueMotion-Modellvarianten arbeiten unter anderem nicht mit Bremsenergierückgewinnung und sind nur gegen Aufpreis zu haben
Endlich Filter für Lkw
Gegenwärtig werden neue europäische Grenzwerte für Lastwagen und Busse festgelegt. Der ab dem 1. Oktober 2009 geltende Standard Euro V ist nach Ansicht des VCD zu lasch – er kann auch ohne Partikelfilter eingehalten werden. Euro VI wird dies ändern. Der Grenzwert für die Partikelmasse wird dann bei 10 mg/kWh liegen. Große Lkw können diesen Wert dann nur noch mit einem Filter einhalten. Zusätzlich wird die EU-Kommission die Partikelanzahl begrenzen, das heißt einen Grenzwert für den besonders gefährlichen Feinststaub festlegen. Dieser Grenzwert wird den Einbau eines geregelten Filters unumgänglich machen.
Allerdings soll die Verordnung erst Anfang 2014 in Kraft treten. Der VCD setzt sich für den Start bereits im Jahr 2011 ein. Ein Nachrüstprogramm und ein Förderprogramm für den Kauf von Neufahrzeugen mit geschlossenem Filter können dazu beitragen, dass schneller als von der EU vorgesehen sauberere Kleinlastwagen über die Straßen rollen.
Weitere Spritspartipps und Informationen dazu finden Sie hier.
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