Biotreibstoffe fördern fossile Abhängigkeit
Laut einer Untersuchung der New Yorker Cornell University, wird für die Herstellung von Treibstoffen aus Getreide mehr fossile Energie benötigt als das Endprodukt überhaupt liefert. “Biotreibstoffe sind nicht nur ineffizient, sondern auch ökonomisch und ökologisch teuer und bei weitem nicht so produktiv, wie früher angenommen”, so der Studienleiter David Piomentel. Laut seinen Berechnungen lassen Biotreibstoffe die Abhängigkeit der USA von fossilen Brennstoffen steigen, statt diese zu senken. In Verbindung auch mit den ethischen Bedenken, Nahrungsmittel zu Zeiten der Unterernährung einer Mehrheit der Menschheit für Treibstoffe zu verwenden, sei die Erzeugung von Biotreibstoffen langfristig abzulehnen, so das Plädoyer des Forschers.
Demnach liefert Ethanol aus Mais eine Energierückführung von 46 Prozent, Schilf 50 Prozent, Biodiesel aus Sojabohnen 63 Prozent und der Raps 58 Prozent. Problematisch seien außerdem die bei der Erzeugung auftretende Wasserverschmutzung durch Düngemittel und Pestizide, der Beitrag zur globalen Erwärmung, die stärkere Erosion des Bodens und die Luftverschmutzung. Biotreibstoffe würden die Öl-Abhängigkeit der USA ironischerweise noch steigern anstatt sie zu senken, was ihrer Grundabsicht entgegenstehe.
Ein EU-Vorschlag für Richtlinien zur Nachhaltigkeit in der Biotreibstoff-Erzeugung liegt momentan bereits vor und soll noch im Laufe des Jahres 2009 verabschiedet werden. “Künftig sollen nur noch die Biotreibstoffe erlaubt sein, die über ein Zertifikat verfügen. Ausschlaggebend für dessen Verleihung werden vor allem ökologische Kriterien wie die CO2-Bilanz, das benötigte Wasser oder der Einsatz von Dünger sein”, so Winkelmann von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe. Es werde noch diskutiert, inwiefern auch soziale Gesichtspunkte bei der Herstellung (Einhaltung von Mindestlöhnen oder das Verbot der Zwangsarbeit) in das Zertifikat eingehen sollen, so Winkelmann.
comments
Leave a Reply
