AUTO, MOBIL, Nachaltig leben

smart car2go – mobil sein für 19 Cent

Was gibt’s für 19 Cent? Eine Telefoneinheit verplaudern, eine SMS verschicken, anderthalb Liter Mineralwasser beim Discounter und eine Minute Autofahren. Klingt wenig, ist aber so. Wo es das gibt? Vorerst nur in Ulm Stadt, ab Herbst auch in Austin/Texas und wenn alles gut läuft (und es wird gut laufen), dann auch bald in anderen Städten.

Car2go heißt das pfiffige Konzept und pfiffig ist es, weil es sich in drei entscheidenden Punkten vom – leider noch – behäbigen car-sharing abhebt:

  1. Man kann das Auto nach Gebrauch überall innerhalb der car2go-Zone abstellen, also auch vor der eigenen Haustüre und erspart sich lästiges Heimfahren mit den Öffentlichen vom car-sharing-Parkplatz.
  2. Man rechnet minutengenau ab (19 Cent pro Minute, 9,90 Euro pro Stunde und 49 Euro pro Tag); Steuern, Versicherung, zurück gelegte Kilometer und Kraftstoff sind inklusive.
  3. Man muss sich nicht umständlich voranmelden und schon vor Fahrtantritt wissen, wie lange man das Auto braucht.

Mit diesen Vorteilen wird car2go gegenüber car-sharing oder Automieten zu einem Mobilitätskonzept für Leute, die gerne an der nächsten Ecke ins Auto steigen, damit fahren und es am Ziel stehen lassen – so wie man Auto fahren mit dem eigenen Wagen gewöhnt ist. „Gute Gründe für die Neuentdeckung des Autofahrens im Stadtverkehr“ nennt das die Daimler AG, die heute in Ulm die Pilotphase für ihr neues Mobilitätskonzept offiziell und mit einem Aufmarsch von 200 smart fortwo cdi vor dem Ulmer Münster in Szene setzte. „Buchstäblich an jeder Ecke“, fände sich künftig in Ulm ein car2go. Vorausgesetzt es gäbe in Ulm nur 200 Ecken, würde das „Buchstäbliche“ Realität werden und Autofahren kann dann in Ulm „so einfach sein, wie mobiles Telefonieren“.  

Nachhaltige Mobilität, die denkbar einfach funktioniert: Öffnen mit Chip, einsteigen und PIN eingeben, losfahren. Das Fahrzeug kann dann beliebig lange genutzt und auf jedem freien öffentlichen Parkplatz innerhalb des Gebietes zurückgegeben werden. Einzige Voraussetzung für smart-to-go-Nutzer: Eine einmalige und kostenlose Registrierung als Kunde und ein gültiger Führerschein. Auf den kleben smarte Serviceleute einen kleinen Chip – das ist das „Sesam-Öffne-Dich!“ für die Fahrzeuge hinter deren Windschutzscheibe ein elektronischer Kartenleser montiert ist. Einmal registriert, lässt sich so jedes car2go öffnen, das Handschuhfach öffnet sich nach Eingabe eines PIN, den man via SMS oder bei der Onlinebuchung erhalten hat und dort liegt der Zündschlüssel. Mit diesem Schlüssel kann man den smart (alles fortwo-Diesel mit 3,3 Liter Verbrauch und 88g CO2/km) ganz normal benutzen, die Fahrt mehrmals unterbrechen und wieder starten. Erst beim Ausloggen mit dem Führerschein-Chip wird die Fahrtdauer gebucht. Wo immer ein freier smart steht, kann ein registrierter Kunde diesen sofort “vom Fleck weg” mieten.  Freie Fahrzeuge können „jederzeit auch schnell und einfach“ über das Internet oder eine Telefon Service-Hotline aufgefunden werden. Wer mag, kann auch bis zu 24 Stunden im Voraus buchen und erhält eine SMS mit dem genauen Standort des reservierten Fahrzeugs.

„Der Erfolg der ersten Pilotphase hat uns selbst überrascht“, sagte Robert Henrich, verantwortlicher Projektleiter der Daimler AG. „In nur zwei Wochen hatten sich bereits über 500 Kunden bei car2go registriert – eine Zahl, die wir so nicht erwartet hatten. Teilweise konnte ich aus meinem Büro beobachten, wie Mitarbeiter nach Feierabend zum Parkplatz sprinteten, um noch ein car2go zu erwischen.“ Zu den Spitzenzeiten war die komplette Flotte voll ausgelastet. Seit dem Start gab es über 8.000 Mietvorgänge und pro Tag nutzten bis zu acht Kunden ein und dasselbe Fahrzeug.

 Wer jetzt in Ulm nicht mitmachen kann, der will vielleicht zumindest mitbloggen: Heute ging smart mit dem car2go-Blog ins Netz (http://blog.car2go.com/), betreut von Unternehmens-Sprecher Andreas Leo. „Es soll etwas Neues probiert werden“, sagt Leo in seinem ersten Beitrag (http://blog.car2go.com/2009/03/25/herzlich-willkommen-im-car2g-blog), man sei offen nicht nur für car2go-User sondern auch „andere Leute, die zum Thema „Mobilität“ etwas beitragen können.“ Das können wir!

- darue -

 

 

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One Response to “smart car2go – mobil sein für 19 Cent”

  1. Interessante Postings aus meinem Feedreader - 31. March 2009 | (( echoraum )) on März 31st, 2009

    [...] smart car2go – mobil sein für 19 Cent [...]

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