i-MiEV on the road: juwi und Mitsubishi kooperieren in Sachen Zukunft
Die Welt blickt auf das rheinhessische Wörrstadt. Und wir auf den Horizont. Dort, zwischen den Feldern, hinter den summenden Windrädern taucht er auf: Ein ganz normaler Kleinwagen. So sieht er aus. Aber warten Sie mal bis er näher kommt, dann hören Sie, dass er etwas ganz Besonderes ist: Sie hören nichts.
Der Mitshubishi i-MiEV (Mitsubishi innovative Electric Vehicle) fährt rein elektrisch. Er ist kein abgefahrenes Forschungsfahrzeug, das von Event zu Event tingelt, sondern das weltweit erste in Großserie gebaute Elektro-Fahrzeug. „Lieber heute als morgen“, sollte der etwa 80 Fahrzeuge umfassende Fuhrpark der Sauberstrommänner von juwi komplett auf serienreife Elektromobile umgestellt werden, „sicher jedoch noch in diesem Jahr“, hatte Dr. Ronald Große als Projektleiter und Manager Solare Mobilität uns im Frühjahr prophezeit.
Und siehe da: Gerade mal fünf Monate nachdem wir dem energiegeladenen Vorstand der juwi-Gruppe, Matthias Willenbacher, einen elektrisierenden Besuch in Wörrstadt abgestattet hatten (lesen Sie hier), gab er jetzt ebendort den Startschuss für die deutschlandweite Roadshow des i-MiEV.
Ehre wem Ehre gebührt: juwi ist einer der führenden international tätigen Projektentwickler von Wind-, Solar- und Bioenergie-Anlagen zur sauberen Stromerzeugung und einen wie den i-MiEV gibt es weltweit kein zweites Mal. Seit Juli rollt er serienmäßig stromgetrieben über japanische Straßen. In Zukunft wird er nun eine wichtige Rolle im rheinland-pfälzischen Fuhrpark des Global-Players juwi spielen.
Ob der 3,40 Meter lange richtige Viersitzer womöglich dem Tesla-Roadster die Show stehlen wird, der bislang bei juwi in Wörrstadt unter dem Solarparkdach und im Rampenlicht steht? Auch den holte sich E-Mobil-Fan Willenbacher als Erster von allen nach Europa.
Matthias Willenbacher und Martin van Vugt, Geschäftsführer von Mitsubishi Motors Deutschland erklärten am 29. Juli ihre gemeinsame Absicht, den Mitsubishi i-MiEV als Zero-CO2-Fahrzeug ins rechte Licht zu rücken. Der Flitzer aus Japan soll in Deutschland Ende 2010 den Automobilmarkt aufmischen und den deutschen Diesel- und Benzinpropagandisten zeigen wo der Bartel den Strom und die Menschheit zukunftsfähige Technik herholt.
Dass die Zusammenarbeit von juwi und Mitsubishi sich „positiv auf die Umwelt auswirken wird“, wie Martin van Vugt bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung in Wörrstadt sagte, ist so sicher wie das Ende der fossilen Treibstoffe. Und dass „die Verbindung von Elektrofahrzeugen mit erneuerbaren Energien ist ein wirkungsvoller Beitrag zum Klimaschutz ist“, propagieren in diesen Tagen nicht nur Politiker und Umweltverbände.
Matthias Willenbacher wiederholte noch einmal sein Credo, das er gemeinsam mit Compagnon Fred Jung vertritt: “Elektromobilität alleine reicht nicht und macht nur Sinn, wenn der Strom von Anlagen erzeugt wird, die aus erneuerbaren und damit sauberen Energieträgern gespeist werden.“ So wie aus dem hauseigenen Solarcarport, der vor dem Wörrstädter Firmensitz der juwi steht – „natürlich“ dem effizientesten Bürogebäude der Welt.
An acht Standorten in ganz Deutschland (die wir hier veröffentlichen, sobald Mitsubishi unsere diesbezügliche Anfrage beantwortet hat) wird Mitsubishi Motors in den kommenden Wochen Vorserienmodelle des i-MiEV der interessierten Öffentlichkeit, Journalisten und Unternehmen der Energiebranche vorstellen. Fahrtests stehen dabei ebenso auf dem Programm wie die technische Präsentation des Fahrzeug-Konzepts.
Der Mitsubishi i-MiEV ist „ein wesentlicher Kernpunkt der Umweltstrategie von Mitsubishi Motors“. Bis zum Jahr 2020 will das japanische Unternehmen den Anteil von Elektrofahrzeugen an der Gesamtproduktion auf 20 Prozent erhöhen. Der knapp 3,40 Meter lange Viersitzer wird ausschließlich über einen 64 PS starken Elektromotor im Heck angetrieben. Die Batterie-Einheit, 88 Lithium-Ionen-Akkus des Batterieherstellers Yuasa, sitzt im Fahrzeugboden. Mit einer vollen Batterieladung hat der 1100 Kilogramm wiegende Viersitzer eine Reichweite von 144 Kilometern (EU Zyklus) und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 130 km/h.
Innerhalb von sieben Stunden kann die Batterie an jeder konventionellen Haushaltssteckdose geladen werden, eine Schnellladung an einer speziellen Schnellladestation dauert ca. eine halbe Stunde, so die Herstellerangaben. Noch keine Angaben machte Mitsubishi über den europäischen Preis. In Japan, wo dieses Jahr ca. 2000, nächstes Jahr 4000 i- MiEVs gebaut und exportiert werden sollen, kostet der elektrisierende Kompakte derzeit umgerechnet etwa 34000 Euro.
- darue – quelle/fotos: ecomobil/juwi/mitsubishi motors
ALLGEMEINES, AUTO, Auto_Technik, ecomobil_AKTUELL, mobil_PolitikJetzt gibt’s Bares für Dieselpartikelfilter
Immer schön sauber bleiben! Sonst heißt es für Dieselfahrer ohne Rußpartikelfilter ab 1. Januar 2010 „Du kommst hier nicht rein!“ in den Umweltzonen deutscher Städte. In Berlin und Hannover bedeutet das: Innerhalb der Zone nur noch Schadstoffklasse 4 = grüne Plakette.
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) geht davon aus, dass dem Beispiel Berlin und Hannover noch im kommenden Jahr „bis zu zehn weitere Kommunen folgen werden“.
Für Dieselfahrer ohne Rußpartikelfilter wird’s deshalb jetzt langsam knapp: Nicht nur, dass ihnen künftig die Zufahrt zur Innenstadt versperrt bleibt, die DUH sieht außerdem empfindliche Einbußen voraus: „Im Einzugsbereich der insgesamt 34 Umweltzonen (weitere in Planung) wird es einen deutlichen Wertverlust für Dieselstinker ohne Filter geben.“ Eine Umfrage unter Gebrauchtwagenverkäufern habe dort einen überproportionalen Wertverlust für Diesel-Pkw mit gelber oder gar roter Plakette ermittelt, bei einem Mittelklassewagen könnte dieser Wertverlust zwischen 1.500 und 2.000 Euro liegen.
Deshalb liebe rußpartikelfilterlose Autofahrer: Investiert etwa 660 bis 700 Euro und nehmt endlich die Nachrüstung in Angriff, denn etwa die Hälfte (330 Euro) gibt’s von Vater Staat als Zuschuss. Aber nur und endgültig bis zum 31.12. 2009.
Um diese Frist noch einmal eindringlich ins Gedächtnis der von der Abwrackprämie bereits berauschten Autofahrer zu rufen, hat die Bundesregierung kurz vor Auslaufen der Nachrüstförderung jetzt eine Vereinfachung beschlossen (die Umwelt- und Verkehrsverbände seit Jahren unisono forderten):
Ab dem 1. August 2009 gibt es den Zuschuss statt als Steuerrückzahlung cash auf die Hand. Nach Adam Riese also noch 153 Tage. „Obwohl in den Kassen des Finanzministers mehrere hundert Millionen Euro schlummern, die für die Filterförderung vorgesehen waren, ist die Barförderung auf ganze 200.000 Nachrüstfilter beschränkt“, macht die DUH in ihrer Meldung von heute klar.
„Diese 66 Millionen Euro Haushaltsmittel für die Barförderung werden voraussichtlich nicht reichen, um die über eine Million in den Umweltzonen regelmäßig fahrenden Diesel-Pkw mit einem Filter nachzurüsten“, sagte Jürgen Resch, und empfiehlt Haltern ungefilterter Dieselfahrzeuge, sich deshalb rechtzeitig einen Nachrüstfilter zu sichern. Es sei zu befürchten, dass zum Jahresende Lieferengpässe entstehen könnten und der Barzuschuss dann verfällt.
Bislang seien nur etwa 400.000 Fahrzeuge nachgerüstet worden, hatte die Bundesregierung unlängst mitgeteilt. 1,5 Millionen Nachrüstungen bis Ende des Jahres hieß aber das Ziel. Weil der Weg über die Steuererklärung vielen wohl zu kompliziert war, will der Staat jetzt mit Bargeld locken und so den Rußpartikeln Dampf machen. Weil viele Werkstätten die Abrechnung gleich selbst übernehmen, muss der Kunde nur noch den Restbetrag löhnen.
- darue – / Quelle: DUH Deutsche Umwelthilfe Fotos: Peugeot
ALLGEMEINES, AUTO, Auto_Elektro, Auto_Hybrid, Auto_Technik, Nachaltig lebenFrauen wissen mehr über Hybridtechnik – Männer wollen Spaß
Tja, meine Herren, das zum Thema Fahrspaß: Entweder 19,9 Prozent von euch wissen nach einer Infratest-Umfrage* wirklich nichts davon, dass ein elektrisch angetriebenes Auto, ebenso wie ein Hybrid, ein testosterongesteuertes Drehmoment zu bieten hat, oder Frauen sind einfach die cleveren Autofahrer: Beim Hybrid fahren den Appetit holen, daheim Spaß haben
Wir haben es geahnt: Etwa 76 Prozent der Autofahrer wissen nicht genug über „alternative Mobilität“. Das zumindest hat das Meinungsforschungsinstitut forsa in einer anderen Erhebung herausgefunden. Jeder dritte Autofahrer wünscht mehr Aufklärung über Elektroautos, jeder fünfte interessiert sich für Biodiesel und 45 Prozent der Autofahrer wollen mehr über andere alternative Antriebe wissen.
„Gerade die Vor- und Nachteile der „alternativen Mobilität“ sind vier von fünf Autofahrern nicht klar“, teilte das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) mit, das die Umfrage** im Mai beauftragt hatte. Und wie sollte es auch anders sein: „Vor allem Frauen (86 Prozent) fühlen sich wenig informiert“, heißt es in dem Ergebnisbericht. Nun wissen wir nicht, ob sich die Formulierung „fühlen sich wenig informiert“, auf die subjektive Gefühlslage der befragten Frauen im Allgemeinen zurückführen lässt, oder auf deren objektiven Mangel an Information oder – dritte Möglichkeit – auf die möglicherweise suggestive Fragestellung. Haben die Mitarbeiter von forsa womöglich gefragt: „Fühlen Sie sich wenig informiert?“
Fragen über Fragen! Kaum veröffentlicht, verblüfft uns dieser Tage eine weitere Umfrage in Sachen alternative Antriebe. TNS/Infratest stellte im Auftrag des Autozubehör-Herstellers Continental ebenfalls Fragen an tausend repräsentative Autofahrer. Schwerpunkt der Studie waren wie im Vorjahr das Fahrverhalten, der Kenntnisstand sowie die Ansichten der Autofahrer zu Hybridantriebssystemen. Denn Continental baut Komponenten für elektrische Antriebssysteme und erwartet für das Jahr 2012 rund zwei Millionen Hybrid- und Elektrofahrzeuge weltweit.
Ein Ergebnis der Conti/Infratest-Umfrage lautet: Der Bekanntheitsgrad alternativer Antriebe und insbesondere Hybridtechnologien steigt deutschlandweit stetig. Auf die Frage, ob sie schon mal etwas darüber gelesen oder gehört hätten, antworteten nach 86,9 Prozent im Vorjahr nun 88,9 Prozent mit Ja. Und: Besonders bei den weiblichen Befragten sei – so steht es in der Mitteilung von Continental – „eine positive Tendenz erkennbar“. Damit nicht genug: Frauen haben nicht nur schon mal was von Hybridtechnik gehört, sondern sie wissen sogar WAS DAS IST! Und mehr als ein Drittel kann sich sogar vorstellen einen Hybriden zu fahren, JAWOHL!
In Zahlen: Während 2007 weniger als zwei Drittel (61,6 Prozent) der Autofahrerinnen Hybridtechnologien kannten, konnten bereits im Jahr drauf rund 75 Prozent und 2009 sogar gut 79 Prozent diese entsprechend einordnen. Der Anteil der Frauen, die wissen, dass es sich bei Hybridantrieben um eine alternative Antriebsart handelt, die Elektro- und Verbrennungsmotor kombiniert, hat sich seit dem vergangenen Jahr sogar um rund 36 Prozent gesteigert. Knapp jede fünfte Befragte (18,4 Prozent; 2007: 13,5 Prozent) konnte diese Technologie ungestützt erklären.
Übrigens: Neben den Anschaffungskosten beeinflussen Fahr- und Umweltfaktoren die Entscheidung über einen Hybridkauf – allerdings mit unterschiedlicher Priorität bei männlichen und weiblichen Befragten. Fast jede vierte (23,2 Prozent) deutsche Autofahrerin würde sich der Umwelt zu Liebe für ein Hybridauto entscheiden. Der Fahrspaß steht mit 11,2 Prozent hingegen nicht im Vordergrund. Die deutschen Männer glauben jedoch, dass der Fahrspaß (19,9 Prozent) wichtiger ist als der Umweltgedanke (12,0 Prozent). Die Wahrscheinlichkeit für den Kauf eines Hybridautos ist marginal gestiegen. 28,4 Prozent (2008: 27,4 Prozent) der Deutschen kann sich vorstellen, bestimmt oder mit großer Wahrscheinlichkeit einen Hybridwagen zu kaufen.
Und last and least haben wir auch noch eine Frage: Verstehen Sie das Foto (s.o.), das Continental zur Illustration seiner Pressemitteilung über Hybrid-Versteherinnen zur Verfügung stellt?
- darue -
ALLGEMEINES, Nachaltig leben, ecomobil_AKTUELL, mobil_PolitikIm Verkehrsbereich: Bis 2020 mehr als 30 Millionen Tonnen CO2 weniger
Hallo Bundesregierung! Habt ihr eigentlich alles im Griff in Sachen CO2-Minderung im Verkehrsbereich? Habt ihr eure Versprechen gehalten, die ihr euch und uns im Dezember 2007 in Meseberg gegeben habt?
Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen wollte das ganz genau wissen, und stellte deshalb am 4. Juni eine „Kleine Anfrage“ im Bundestag. Die „kleine“ Anfrage enthielt 57 Fragen, darunter: Wie viel Tonnen CO2 könnten die Deutschen sparen, würden sie in den Städten bessere Verkehrskonzepte vorfinden, hätten sie kürzere Wege zwischen Wohnen und Arbeiten zurück zu legen, und würden mehr mit dem Fahrrad fahren.
Die Antwort: Wir alle könnten „ . . . laut Schätzungen des UBA (Kommunal mobil, 2008) 10 Mio. Tonnen CO2-Emission bis zum Jahr 2020 durch eine Verminderung und Umkehrung der Zersiedlungstendenz einsparen. Die Wege müssten dafür bis 2020 um 10 Prozent kürzer werden. Und würden wir 30 Prozent aller bisherigen Pkw-Fahrten im Entfernungsbereich bis 6 km mit dem Fahrrad erledigen, ließen sich nach Berechungen des Umweltbundesamtes pro Jahr 7,5 Mio. t CO2 einsparen.
Wissen wollten die Fragesteller außerdem auch, ob „die Bundesregierung dem Beispiel des Deutschen Bundestages folgen wird, und in ihren Behörden nur noch Dienstwagen der oberen Mittelklasse beschaffen wird, die ab sofort weniger als 140 g CO2/km emittieren und ab 2012 weniger als 120 g CO2/km?
Die Antwort hierauf und alle anderen Fragen und Antworten können Sie hier nachlesen: (Fragen mit Antworten, veröffentlicht am 21. Juli 2009 in einer elektronischen Vorabfassung des Bundestages).
Für alle, die in aller in Kürze wissen wollen, was hinten raus kommen soll: Im Verkehrsbereich sollen durch das Integrierte Energie- und Klimaprogramm(IEKP) bis zum Jahr 2020 insgesamt rund 30,4 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Größter Posten ist dabei die so genannte CO2-Strategie Pkw, mit der die CO2-Emissionen im Verkehrsbereich um 17 Millionen Tonnen verringert werden sollen. Damit wird eine Verordnung der EU umgesetzt, mit der der CO2-Ausstoß von Neuwagen ab 2012 bis 2015 in vier Schritten auf 130 Gramm begrenzt wird. Auch der Ausbau von Biokraftstoffen (4,6 Millionen Tonnen) und die Umstellung der Kfz-Steuer auf CO2-Basis (3,1 Millionen Tonnen) sollen weitere Einsparungen bringen.
Die Bundesregierung schreibt in ihrer Antwort außerdem, sie halte weiter an ihrem Ziel fest, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Weil wir Autofahrer uns darauf (und auf andere Versprechen und Prognosen) klugerweise nicht verlassen wollen (und können), fangen wir heute mit dem Treibstoffsparen an und nehmen für Strecken unter sechs Kilometer Länge nur noch das Fahrrad – versprochen!
Apropos Prognose: Bis ins Jahr 2030 blickte in Berlin eine Forschungsgruppe im Rahmen des Projektes renewbility. Was die Gruppe aus Vertretern der Automobil-, Bahn-, Energie- und Logistikbranche sowie Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden zusammen mit dem Öko-Institut (Projektleitung) und DLR – Institut für Verkehrsforschung sowie dem Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU Heidelberg), dem Institut für Energetik und Umwelt (IE Leipzig) und der Technischen Universität Dresden (TU-DD) als wissenschaftliche Partner für das Jahr 2030 prognostizieren, können Sie hier lesen:
Das wichtigste Ergebnis dieser Prognose-Forschung,die auf der Abschlussveranstaltung des Forschungsvorhabens in Berlin am 30. Juni veröffentlicht wurde: Der Verkehrssektor kann unter den gesetzten Rahmenbedingungen und Annahmen bis zum Jahr 2030 seine Treibhausgasemissionen unter Einbeziehung der Vorkette um bis zu einem Viertel gegenüber 2005 senken. Ein Viertel – das konnte selbst das Bundesumweltministerium in zwei Jahren mit seiner verbrauchsreduzierten Dienstwagenflotte einsparen.
Und fürs Allgemeinwissen noch dies: 30,4 Millionen Tonnen CO2, das entspricht wieder verflüssigt und umgerechnet 12.773.109.244 Liter Benzin, was wiederum 80.334.020 Barrel Rohöl entspräche (sofern wir richtig gerechnet haben). Zum heutigen Tagespreis hätte die Bundesregierung mit den 30,4 Millionen Tonnen CO2 also „umgerechnet“ 5.334.178.954 US Dollar an Rohölkosten eingespart. Und wir Autofahrer in unserer deutschen Gesamtheit hätten bei einem Literpreis von derzeit 1,30 Euro noch 16.605.042.017 Euro und 20 Cent mehr in der Tasche. Und noch ein Vergleich zu Veranschaulichung: 30,4 Millionen Tonnen – das entspricht etwa dem Gewicht von 250.000 Blauwalen, so viele hat es wohl irgendwann einmal auf dieser Welt maximal gegeben (heute nur noch geschätzt 5.000).
darue Quellen: Bundestag, BUM, www.renewability.de
Fotos © Robert Kelly – Fotolia.com (CO2) und © outdoorsman – Fotolia.com (Wal)
ALLGEMEINES, MOBIL, Nachaltig leben, mobil_PolitikWie man besser fährt. Bundesweite Spritsparaktion startet
Die Fahrer von mehr als 720 Millionen Pkw auf den Straßen der Welt (bis 2020 sollen schätzungsweise noch einmal 130 Millionen dazu kommen) müssen lernen wie man besser fährt. Denn noch verbrennen diese Pkw jährlich etwa 500 Milliarden Liter Diesel und Benzin, und pusten rund 1,2 Milliarden Tonnen CO2 in die Luft. Zuviel zum Überleben.
Gut, dass es heute bereits kluge Technik (z.B. Eco Assist und eco:DRIVE), kluge Fahrschullehrer und kluge Autofahrer gibt, die wissen wie man Sprit spart. Ohne dieses Wissen läuft in Zukunft nichts mehr.
„Für Geldbeutel und Klima“ startet der ökologische Verkehrsclub gemeinsam mit den bundesdeutschen Verbraucherzentralen (vzbv) jetzt eine bundesweite Spritsparaktion. Autofahrer erhalten Spritspartipps, mit denen sie „bis zu 30 Prozent Kraftstoff sparen und damit zum Klimaschutz beitragen können”. Ab Montag, 20.Juli informieren Verbraucherzentralen und der Verkehrsclub Deutschland an Straßen, Rastplätzen oder Ausflugszielen Autofahrer, wie sie mit einfachen Tricks Sprit, CO2 und Geld sparen können.
Sprit sparen ist das, was wir alle JETZT tun können, solange die Ingenieure noch am Tüfteln sind und die Autohersteller händeringend grübeln, wie sie ihre Produktionsbänder endlich komplett umstellen können auf effiziente(re) Sparmodelle. Denn: „Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilwirtschaft hängt mehr denn je von der Leistungsfähigkeit, den Kosten für Schlüsseltechnologien sowie der Kooperation der Akteure in Forschung, Wirtschaft und Politik ab“, sagt Univ.-Prof. Dr. Marion Weissenberger-Eibl, Institutsleiterin des Fraunhofer ISI.
Jedes Milchmädchen weiß, dass clevere Autofahrer, die den Fuß vom Gas und die Zementsäcke aus dem Kofferraum nehmen, ebenso unabdingbar sind für unsere Welt, wie neue Schlüsseltechnologien für den Individualverkehr: Denn von den knapp 170 Millionen Tonnen CO2, die der gesamte Verkehrssektor pro Jahr verantwortet, gehen über die Hälfte auf das Konto der 41 Millionen in Deutschland zugelassenen Pkw, rechnet der VCD vor, und: “Wenn nur ein Prozent der Autofahrer(und -innen) in Deutschland alle Spritspartipps beherzigt und ihren Kraftstoffverbrauch um 30 Prozent reduziert, würden pro Jahr knapp 265.000 Tonnen CO2 eingespart”, sagt vzbv-Vorstand Gerd Billen.
Billen appelliert zugleich an die Autohersteller, bei der Entwicklung klimaverträglicher Antriebstechniken „nicht nachzulassen“ und sparsame Modelle stärker zu bewerben – “allerdings mit realistischen Angaben über den Sprit-Verbrauch”. “Denn noch immer schönt die Autoindustrie bei vielen Modellen die Verbrauchswerte”, warnte Billen. Die Klimakampagne “für mich. für dich. fürs klima.” mahnte bereits mehrere Hersteller und Händler wegen falscher oder fehlender Angaben zum Kraftstoffverbrauch einzelner Modelle ab.
“Wenn Hersteller, Handel und Verbraucher an einem Strang ziehen, kann der CO2-Ausstoß im Verkehrsbereich erheblich gesenkt werden”, so Billen. “Die Autofahrer können schon mit einfachen Tricks ihre Tankkosten um bis zu mehrere hundert Euro im Jahr senken – ohne auf Komfort zu verzichten oder weniger mobil zu sein.”
Wir meinen: Sprit sparen sollte zu einer grundsätzlichen sozialen Kompetenz werden. So wie höflich grüßen, Hausaufgaben machen, Steuer zahlen und die Toilettentür hinter sich schließen.
darue
Zehn Spritspartipps zum Mitnehmen
Ein Faltblatt der Kampagne “für mich. für dich. fürs klima.” in Kooperation mit dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) gibt “Zehn Spritspartipps”. Die vier größten Einsparhelfer sind:
Kurzstrecken: Bei kurzen Strecken unter fünf Kilometer ist der Verbrauch und der Verschleiß besonders hoch. Deshalb lieber öfter das Auto stehen lassen und zu Fuß gehen oder Rad fahren.
Reifendruck: Hoher Reifendruck sowie Leichtlaufreifen verringern den Rollwiderstand des Wagens.
Hochschalten: Zügiges Anfahren und schnelles Hochschalten sparen Sprit.
Ballast: Jedes unnötige Gewicht im Kofferraum oder ein unbenutzter Dachgepäckträger kostet zusätzlich Treibstoff.
Details zu Aktionen gibt es in den einzelnen Bundesländern bei den Klimateams der Verbraucherzentralen vor Ort (Kontakt unter www.verbraucherzentrale.de).
Die Verbraucherallianz
“für mich. für dich. fürs klima.” ist eine Kampagne des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) mit den 16 Verbraucherzentralen, dem Deutschen Mieterbund (DMB), der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) dem VerbraucherService (VS) im Katholischen Deutschen Frauenbund und Germanwatch. Die Allianz klärt mit bundesweiten Aktionen über die Chancen jedes Einzelnen beim CO2-Einsparen auf. Gegenüber Politik und Wirtschaft vertritt sie die Interessen der Verbraucher für einen Klimaschutz ohne Hürden. Unlautere Werbung mit Klimaschutzargumenten stoppt sie mit juristischen Mitteln
Quelle: VCD
Neue Hybride: Toyota und Honda legen nach
Bereits nächstes Jahr erweitert Toyota sein Angebot an Hybridmodellen in Europa um den Auris. Tags zuvor hatte Honda die Serienfertigung des Honda CR-Z Hybridfahrzeugs angekündigt (Verkaufsstart in Japan Februar 2010). Wann der CR-Z auf den deutschen Markt rollt, will Honda Ende dieses Jahres wissen lassen, auch der kleine Jazz soll nächstes Jahr als emissionsarmer Hybrid in Europa fahren.
Ein Kopf-an-Kopf-Rennen auf den europäischen und japanischen Märkten liefern sich die beiden japanischen Autobauer derzeit mit dem neuen Honda Insight (Mild-Hybrid) und der dritten Generation des 5.000 Euro teureren Toyota Prius (Voll-Hybrid), der einige Kilometer rein elektrisch fahren kann. Toyota will jetzt seine Vollhybridtechnologie auch in die Kompaktklasse einbauen und damit ab 2010 für weitere Baureihen und in unteren Preisklassen verfügbar zu machen. Der Auris HV soll der erste Toyota Hybrid sein, der in Europa vom Band läuft, und er wird auch in Europa – im britischen Werk Burnaston – gebaut (Start ist Mitte 2010).
Mit einem durchschnittlichen Normverbrauch von 3,9 Litern je 100 Kilometer (CO2-Ausstoß 89g/km unterbietet der Prius derzeit die Treibstoffkosten aller vergleichbaren Fahrzeuge, der Honda Insight kommt als Mildversion auf 4,6 Liter/100 km (Norm-Durchschnitt entsprich 109 g/km CO2) und real getesteten 5,8 Litern (siehe unser Fahrbericht). Honda hat in Europa außerdem den Civic als Hybridversion im Rennen und entwickelt momentan ein neues Hybridantriebssystem für Fahrzeuge in der Mittel- und Oberklasse.
AUTO, Auto_Effizienztechnik, Auto_Neuheiten, ecomobil_AKTUELLPreisverdächtig: Fiat fährt mit Spritspar-Gadgets
Computer-Tools und Gadgets für sparsameres Fahren: Daraus könnte eine erfolgreiche Serie werden. Vor kurzem berichteten wir über unsere „Erfahrungen“ mit dem Eco Assist im Honda Insight, der uns mit Balken und Blüten auf dem Cockpit-Display spielerisch zum Spritsparen trimmt, jetzt baut Fiat seine Fahranalyse eco:Drive weiter aus.
Bislang war die von Fiat entwickelte Software für die Modelle 500, Grande Punto und Bravo auf dem Markt, ab sofort wird sie auch in den Qubo und den Croma eingebaut. Fiatfahrer können das Programm im Internet unter www.fiat.de/ecodrive kostenlos downloaden: Kombiniert mit dem Telematiksystem Blue&Me ermöglicht es eine computergestützte Analyse des eigenen Fahrstils. Der Fahrer steckt vor Fahrbeginn einfach einen handelsüblichen USB-Stick ein (Anschluss in der Konsole) und das Programm speichert sämtliche Fahrdaten, wie Beschleunigung, Brems- und Schaltvorgänge, Fahrverhalten bei Stop-and-Go-Verkehr, usw. auf den Stick. Daheim werden die Daten auf den PC übertragen und die eco:Drive- Software analysiert die Fahrt und gibt Tipps wie man effizienter fahren kann. „In Ergänzung der technischen Möglichkeiten des Fahrzeugs“, ließe sich so der Kraftstoffverbrauch um bis zu 15 Prozent reduzieren, sagt Fiat.
Wir meinen: Schade, dass es so eine Software nicht für alle Autos mit USB-Anschluss gibt, und schade, dass wir weder den Eco Assist vom Honda Insight noch das eco:Drive-Programm von Fiat für den ÖkoGlobe vorschlagen können – die Frist für den Preis, der im Herbst in Köln für Mobilitäts-Innovationen überreicht wird, ist bereits verstrichen. Aber vielleicht hat’s jemand anderes getan?
darue
Hybrid mit Spiel(an)trieb – Effizient mobil mit dem neuen Honda Insight
Lange Autofahrten gehen einher mit Gezeter auf den Kindersitzen. Gegen die gefürchtete Wann-sind-wir-endlich-da-Frage helfen seit Generationen Pixie-Bücher, Gameboy und Tamagotchi. Jetzt können Sie sich derartige portable Spaß-Roboter im Auto sparen – wenn Sie einen neuen Honda Insight fahren:
Der neue elektronische Langstreckenunterhalter für Autofahrer ab zwei Jahren heißt „Eco Assist“ – und er ist nicht nur pädagogisch äußerst wertvoll: Er erzieht uns zu möglichst effizienter Fahrweise. Der Eco Assist zieht die gespannten Blicke aller Insassen auf sich und das farbenprächtig leuchtende Cockpit, dessen Schalter und Displays jedem Space Shuttle zur Ehre gereichen. Leider wurde dieses Cockpit, wie weiland der Ur-Gameboy, in graues Plastik verpackt. Das stört uns aber nicht weil der Honda für den kompakten Fünftürer mit einem Basispreis unter der 20.000-Euro-Schmerzgrenze eine überaus familienfreundliche Preispolitik fährt.
Damit nicht genug: Das Spar-Fahren bereichert das Familienleben auch daheim: „Ällerbätsch, bei Papa leuchtet’s viel öfter grün!“, skandiert der Sechsjährige hämisch aus dem Hintergrund, und beim Heimkommen ist das erste, was der Kleine über den großen Bruder verpetzt: „Beim Tom sind heute alle Blumen verblüht!“ Rätselhaft? Wir erklären’s Ihnen:
Gemeinsam sind wir sparsam
Honda hat sich das so vorgestellt: Einen Hybrid fahren, bedeutet per se nicht, dass man auch sparsam fahren kann. „Wir haben ein preisgünstiges, effizientes, äußerst sparsames und emissionsarmes Fahrzeug produziert, aber es gibt Fahrstile und -techniken, die genutzt werden können, um noch mehr Vorteile aus der Hybridtechnologie zu ziehen“, erklären die japanischen Autobauer das für den Insight entwickelte „Ecological Drive Assist System“. Will heißen:Wer’s spritzig liebt und es permanent schnell mag, dem hilft die beste Spartechnik nix. Der „Eco-Assist“ des Insight soll jedoch helfen, die bestmögliche Kraftstoffeinsparung zu erreichen, und das, so sagt Honda, sei der Beginn „einer neuen Ära des Autofahrens: Hersteller und Fahrer sind gemeinsam für den tatsächlichen Kraftstoffverbrauch verantwortlich“.
Dem Insight-Fahrer wurde zu diesem Zweck der Econ-Knopf mit auf den Weg gegeben. Wird er gedrückt, zeigt eine grüne, vierblättrige Pflanze mit Blüte an, dass ab sofort die Motorleistung um vier Prozent gedrosselt und die Phasen der Stopp-Automatik verlängert werden. Außerdem schaltet das automatische Getriebe (noch) später, die Bremsenergie-Rückgewinnung wird maximiert und die Klimaanlage fährt auf Sparkurs. Und den müssen die Fahrer selbst einlegen. So kommt es, dass auch die ecomobil-Testfahrerin selbst ihren Blick anfangs nicht von den Balken lösen kann, die chamäleongleich die Farben wechseln, oder von links nach rechts und zurück wachsen, wo sie im Idealfall doch strichdünn in der Mitte bleiben sollten. Denn je weniger Ausschlag nach links oder rechts der Eco-Drive-Balken zeigt, desto effizienter fährt man.
So finden auch Sie ihre Mitte
Ob man seine Mitte gefunden hat, darüber gibt die Info-Taste am Multifunktions-Lenkrad auf Tastendruck Auskunft. Wie hoch der durchschnittliche und der jetzige Verbrauch sind, erfahren wir, ob die Akkus sich wieder aufladen oder ob der 14-PS-Elektromotor dem Benziner beim Beschleunigen hilft (am besten kann er das zwischen 1000 und 3000 Umdrehungen). Wie hypnotisierte Info-Junkies checken wir im Sekundentakt unsere Werte. Einmal nur möchten wir erleben, dass der E-Motor den Insight alleine antreibt! Und weil wir emsig probieren und üben, werden wir belohnt: Mit 46 km/h rollen wir gleichmäßig dahin ohne Gas zu geben. Schub ist genug vorhanden: Der Vierzylinder wird abgeschaltet und das Display zeigt mit laufenden, gestrichelten Linien an, dass der E-Motor die Akkus lädt. Wer jetzt gaaanz behutsam und gaaaanz langsam wieder Gas gibt, schafft es mit dem E-Motor weiter und sogar ein bisschen schneller zu werden – wir haben unsere Mitte gefunden! Etwas mehr als einen Kilometer könnten wir rein elektrisch auf diese Weise fahren, dann ist der Akku des Mildhybrid wieder leer.
Alle Infos, die wir uns ehrgeizig „erfahren“, verarbeitet der Bordcomputer zu einer Fahrstilanalyse. Am Fahrt-Ende wachsen dann Blumen auf dem Display, bestenfalls mit vier Blättern und Blüte. Wenn der Bleifuß ganz garstig auf dem Gaspedal lastete, verwelkt das ersprießliche Lob sogar wieder. Übrigens: Einen Lorbeerkranz mit Pokal konnte während unserer fast 2000 Kilometer währenden Testfahrtzeit auch der Sparsamste unter uns nicht erringen, aber der brachte es auf immerhin 4,9 Liter/100 km Verbrauch. Zum Vergleich: Ein Golf Diesel neuester Bauart braucht (im Fahrtest) ähnlich viel, ein Golf Benziner liegt um 1,5 Liter höher im Verbrauch. Mit unserer Bestmarke von 4,9 Litern im Test liegen wir etwa einen halben Liter über den genormten Hersteller-Angaben, erreicht haben wir das mit einem Anteil von 60 Prozent Stadt-, 30 Prozent Landstraßen und 10 Prozent Autobahnfahrt. Dem reibungslos funktionierenden Start-Stopp-System (mit knapp bemessenen Stopp-Phasen), dem CVT-Getriebe und dem Eco Assist (der alleine bis zu 10 Prozent sparen hilft) sei Dank.
Alles fließt, große Schuhnummern stolpern
Diese Stadt-Land-lass-es-fließen-Mischung machte uns mit dem 4,4 Meter langen und nur 1,2 Tonnen schweren Familien-Kompaktwagen auch am meisten Spaß und schafft ideale Umweltbedingungen für die Insight-Flora: Maximal fünf zweifach beblätterte Bäumchen belohnen am Ende den dahin fließenden Fahrer, der mit Weitblick und innerer Ruhe, ohne starkes Bremsen und wieder Beschleunigen auskommt.
Im Münchner Stadtverkehr bedarf es dazu einiger Übung, wie sie auch Fahrspartrainings lehren, ist doch der Insight-Eco-Assist nichts anderes als ein eingebauter, elektronischer Gameboy, pardon, Spartrainer, der mit blauen Balken mahnt: Runter vom Gas! Dieses „Runter vom Gas“ kann manchmal nur Nuancen, sprich Millimeter, bedeuten um die der Gasfuß seine Position verändern muss, und wir stellten bei unseren Testfahrten fest, dass größere Schuhnummern sich mit dieser Sensibilität mitunter schwer tun. Auch hierbei nützt die Betätigung des ECON-Knopfes, der u.a. auch dabei hilft, dass eine gleich bleibende, an Drehzahl und Bedingungen angepasste Gaszugabe erreicht wird. Wer befürchtet, sich während der Fahrt in seiner Konzentration zu sehr von den wachsenden Blumen im Cockpit ablenken zu lassen, der beschränke sich auf die Darstellung des ECO-Score bei ausgeschalteter Zündung. Dann meckern zwar die Kinder auf dem Rücksitz wieder (Platz für drei, aber nicht höher als 1,75 Meter), aber bei so großem Sparpotenzial reicht das Geld vielleicht für das Entertainment-System, das es für die Rücksitze zusätzlich gibt.
Apropos meckern: Für Fahrer, die es gewohnt sind, mal eben auf die Tube zu drücken, zackig zu beschleunigen und mit Max-Speed über die Autobahn zu düsen, empfehlen wir Ohrstöpsel oder lautes Singen. Der 1,3-Liter-Otto-Motor ist mit seinen 88 PS und einem Drehmoment von 121 Nm bei ca. 4800 min-1 wirklich nicht dafür gebaut und bekundet dies mit lautem Gejammer. „Verflixt noch mal, schalt doch endlich!“, ruft man der stufenlosen Automatik zu, aber der Insight schlägt erst leisere Töne an, wenn man wieder weniger Gas gibt. Das irritiert und wirkt wie ein hörbarer, erhobener Zeigefinger. Wir wissen ja, dass sich die japanischen Ingenieure aus einen sehr sparsamen, reibungsarmen Motor ausgetüftelt und außerdem aus Gewichtsgründen an schalldämmendem Material gespart haben, aber vielleicht könnten sie sich fürs nächste Modell doch einen harmonischeren, goldenen Mittelweg ausdenken?
Protzen mit effizientem Fahrstil
Wenn dann die Kinder endlich schlafen, können wir uns den Insight auch mal in Ruhe von außen betrachten. Und siehe da: Knackig sieht er aus, und völlig egal ist uns, ob es Toyota oder Honda war, die das Design für den Prius oder den Insight zu erst auf dem Reißbrett hatten, schließlich kommt es darauf an, was man daraus macht. Und dafür wurde der neue Insight unlängst mit dem Oscar der Design-Welt, dem Red Dot Design Award ausgezeichnet. Trotzdem: Wer den neuen Insight haben will, will vor dem Nachbarn nicht mit einem Statussymbol protzen, sondern allenfalls mit Auto-Sachverstand und effizientem Fahrstil. Wer ein sparsames Automobil bauen (und fahren) will, muss auf viel Blech verzichten und aerodynamisch denken.
Sportlich-Elegant wirkt der Insight und mit einer Mischung aus Stolz und Trotz schaut er uns an. Kein verweichlichtes Kulleraugengesicht rührt unser ökologisches Gewissen sondern das kantige Aussehen bestätigt unsere Erwartungen, die wir an innovative, mutige Technik stellen. Uns stört auch nicht das zweigeteilte Mini-Sichtfeld im Heckfenster, dessen Größe durch die coupéhafte Form eingeschränkt wird. Uns stört eher die geringe Kopf- und Kniefreiheit im Fond, weil manche Menschen über 1,80 m groß sind und hinten höchstens gepressten Platz haben. Weil die Insight-Erbauer die Kontrolleinheit und die Batterie des Hybridantriebs im Fahrzeugboden eingebaut haben, ist hingegen im Kofferraum genügend Platz für eine sehr große Spielesammlung, er bietet (selbst) gemessene Ausmaße von 1,41/0,95 m (max./min. Breite) auf 1,50/0,86 m (max./min. Länge) – die Rücksitze lassen sich 60:40 umklappen zu einer ebenen Ladefläche.
Als wir die Heckklappe leise ins Schloss fallen lassen und einen letzten Blick auf unser hybrides Spacemobil werfen, wird uns voller Stolz bewusst, dass wir verstanden haben, was ein Insight ist und wie man ihn fährt. Hinter dem Vorhang drüben bemerken wir unseren neugierigen Nachbarn. Morgen laden wir ihn zu einer Probefahrt ein und zeigen ihm, dass ein Hybrid nichts Unanständiges ist und wie er funktioniert. Klar, die Kinder dürfen wieder mit, und im Cockpit läufft dann das volle Programm.
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Honda startet Aufklärungsoffensive: Ein Hybrid ist nicht unanständig!
Gerührt oder geschüttelt? Gemischt oder gekreuzt? Analog und zugleich digital? Elektrisch und fossil? Ein Maulesel, eine Apfelbirne oder gar ein Bastard? Chimäre, Zwitter oder Hermaphrodit?
Was ist eigentlich ein Hybrid?
Haben wir Sie auf dem falschen Fuß erwischt? Drücken auch Sie sich verschämt in der Halbwissen-Ecke herum? Von Selbstüberschätzung (griechisch „Hybris“) weit und breit keine Spur: Fragen Sie mal alle Besserwisser nach der genauen Definition: Aber googeln gilt nicht! Wenn Sie Glück haben, kann’s Ihr Autohändler ums Eck erklären, ohne rot zu werden. Vielleicht ist er ein Toyota/Lexus- oder Honda-Händler. Die nämlich müssten es auf alle Fälle wissen: Verkaufen sie doch Europas derzeit einzige Serien-Hybriden mit Verbrennungs- und Elektromotor.
Honda verkauft seinen neuen Insight übrigens wie die berühmten warmen Semmeln (oder geschnitten Brot): Im April, dem ersten Verkaufsmonat des Insight in Europa, war der Mild-Hybrid (Ottomotor + Elektromotor) „das populärste Fahrzeug mit benzin-elektrischem Antrieb auf dem Markt“. 2001 Insights wurden verkauft, meldet Honda Europa aus Offenbach stolz und freut sich über den Erfolg, der „einhergeht mit dem Erfolg des Insight in Japan, wo er im April das erste Hybridfahrzeug war, das auf Platz eins der Zulassungsstatistik kletterte“. In Europa sind bis Ende Mai mittlerweile knapp 5.400 und weltweit bereits über 38.000 Insights verkauft worden.
Aufklären wie weiland Oswald Kolle
Damit es noch mehr werden und der neue Toyota Prius, der in diesen Tagen auf den europäischen Markt rollt, dem Insight keinen dicken Strich durch die Erfolgsstory macht, startet Honda eine Aufklärungsoffensive wie weiland Oswald Kolle. Damit alle Autofahrer begreifen, dass ein Hybrid nichts Unanständiges ist und wie’s funktioniert, gibt es Hybrid-Infoveranstaltungen beim Händler : „Praxisnahe Informationen zur Hybridtechnik“ verspricht der japanische Hersteller allen Interessierten, und sich selbst: „Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, offene Fragen zu klären und Vorbehalte abzubauen“. Und beide Hybrid-Modelle (Civic Hybrid und Insight Hybrid) ins richtige Rampenlicht zu rücken. Insgesamt sind in den ersten zwölf Monaten über 20 Veranstaltungen in Deutschland geplant. Einen Insight Probe fahren darf man auch. Termine sind im Internet unter www.honda.de/hybrid-infoabend abrufbar, wer mag, kann sich online für die Teilnahme registrieren lassen. Stationen im Juli sind unter anderem München, Hamburg, Augsburg, Dortmund und Stuttgart.
O,6 Liter mehr, 5.400 Euro weniger
Das Segment der Fahrzeuge, die mit alternativen Kraftstoffen oder Hybridantrieb angetrieben werden, wird auch in Zukunft weiter wachsen, kündigt Honda an. Mit der Serienversion des CR-Z Concept und einem Jazz Hybrid will der japanische Hersteller die Auswahl an Hybridfahrzeugen auch in kleineren Fahrzeugsegmenten „in Zukunft deutlich vergrößern“. Weltweit will Honda über 500 000 Hybride pro Jahr verkaufen. Der Insight kostet in Deutschland ab 19.550 Euro, und wurde deshalb zum „Volks-Hybrid“ ernannt. Der Normverbrauch laut Hersteller beträgt 4,5 Liter auf 100 Kilometer (lesen Sie dazu auch unseren Fahrbericht). Der Toyota Prius fährt seit 1997 inzwischen eine Million Mal über den Globus, allerdings dauerte dies etwa zwölf Jahre (seit 1997). Der neue Prius der dritten Generation steht seit 27. Juni beim Händler und vermeldet: Normverbrauch 3,9 Liter/100 km, Preis ab 24.950 Euro.
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