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Hybrid mit Spiel(an)trieb – Effizient mobil mit dem neuen Honda Insight

Insight6_Tacho_135Lange Autofahrten gehen einher mit Gezeter auf den Kindersitzen. Gegen die gefürchtete Wann-sind-wir-endlich-da-Frage helfen seit Generationen Pixie-Bücher, Gameboy und Tamagotchi. Jetzt können Sie sich derartige portable Spaß-Roboter im Auto sparen – wenn Sie einen neuen Honda Insight fahren:

Der neue elektronische Langstreckenunterhalter für Autofahrer ab zwei Jahren heißt „Eco Assist“ – und er ist nicht nur pädagogisch äußerst wertvoll: Er erzieht uns zu möglichst effizienter Fahrweise. Der Eco Assist zieht die gespannten Blicke aller Insassen auf sich und das farbenprächtig leuchtende Cockpit, dessen Schalter und Displays jedem Space Shuttle zur Ehre gereichen. Leider wurde dieses Cockpit, wie weiland der Ur-Gameboy, in graues Plastik verpackt. Das stört uns aber nicht weil der Honda für den kompakten Fünftürer mit einem Basispreis unter der 20.000-Euro-Schmerzgrenze eine überaus familienfreundliche Preispolitik fährt.

Damit nicht genug: Das Spar-Fahren bereichert das Familienleben auch daheim: „Ällerbätsch, bei Papa leuchtet’s viel öfter grün!“, skandiert der Sechsjährige hämisch aus dem Hintergrund, und beim Heimkommen ist das erste, was der Kleine über den großen Bruder verpetzt: „Beim Tom sind heute alle Blumen verblüht!“ Rätselhaft? Wir erklären’s Ihnen:

Insight_ECO_ASSIST_GREEN_ACCELGemeinsam sind wir sparsam
Honda hat sich das so vorgestellt: Einen Hybrid fahren, bedeutet per se nicht, dass man auch sparsam fahren kann. „Wir haben ein preisgünstiges, effizientes, äußerst sparsames und emissionsarmes Fahrzeug produziert, aber es gibt Fahrstile und -techniken, die genutzt werden können, um noch mehr Vorteile aus der Hybridtechnologie zu ziehen“, erklären die japanischen Autobauer das für den Insight entwickelte „Ecological Drive Assist System“. Will heißen:Wer’s spritzig liebt und es permanent schnell mag, dem hilft die beste Spartechnik nix. Der „Eco-Assist“ des Insight soll jedoch helfen, die bestmögliche Kraftstoffeinsparung zu erreichen, und das, so sagt Honda, sei der Beginn „einer neuen Ära des Autofahrens: Hersteller und Fahrer sind gemeinsam für den tatsächlichen Kraftstoffverbrauch verantwortlich“.

Insight_ECON_Mode_buttonDem Insight-Fahrer wurde zu diesem Zweck der Econ-Knopf mit auf den Weg gegeben. Wird er gedrückt, zeigt eine grüne, vierblättrige Pflanze mit Blüte an, dass ab sofort die Motorleistung um vier Prozent gedrosselt und die Phasen der Stopp-Automatik verlängert werden. Außerdem schaltet das automatische Getriebe (noch) später, die Bremsenergie-Rückgewinnung wird maximiert und die Klimaanlage fährt auf Sparkurs. Und den müssen die Fahrer selbst einlegen. So kommt es, dass auch die ecomobil-Testfahrerin selbst ihren Blick anfangs nicht von den Balken lösen kann, die chamäleongleich die Farben wechseln, oder von links nach rechts und zurück wachsen, wo sie im Idealfall doch strichdünn in der Mitte bleiben sollten. Denn je weniger Ausschlag nach links oder rechts der Eco-Drive-Balken zeigt, desto effizienter fährt man.

So finden auch Sie ihre Mitte
Ob man seine Mitte gefunden hat, darüber gibt die Info-Taste am Multifunktions-Lenkrad auf Tastendruck Auskunft. Wie hoch der durchschnittliche und der jetzige Verbrauch sind, erfahren wir, ob die Akkus sich wieder aufladen oder ob der 14-PS-Elektromotor dem Benziner beim Beschleunigen hilft (am besten kann er das zwischen 1000 und 3000 Umdrehungen). Wie hypnotisierte Info-Junkies checken wir im Sekundentakt unsere Werte. Einmal nur möchten wir erleben, dass der E-Motor den Insight alleine antreibt! Und weil wir emsig probieren und üben, werden wir belohnt: Mit 46 km/h rollen wir gleichmäßig dahin ohne Gas zu geben. Schub ist genug vorhanden: Der Vierzylinder wird abgeschaltet und das Display zeigt mit laufenden, gestrichelten Linien an, dass der E-Motor die Akkus lädt. Wer jetzt gaaanz behutsam und gaaaanz langsam wieder Gas gibt, schafft es mit dem E-Motor weiter und sogar ein bisschen schneller zu werden – wir haben unsere Mitte gefunden! Etwas mehr als einen Kilometer könnten wir rein elektrisch auf diese Weise fahren, dann ist der Akku des Mildhybrid wieder leer.

Insight_ECO_ScoreAlle Infos, die wir uns ehrgeizig „erfahren“, verarbeitet der Bordcomputer zu einer Fahrstilanalyse. Am Fahrt-Ende wachsen dann Blumen auf dem Display, bestenfalls mit vier Blättern und Blüte. Wenn der Bleifuß ganz garstig auf dem Gaspedal lastete, verwelkt das ersprießliche Lob sogar wieder. Übrigens: Einen Lorbeerkranz mit Pokal konnte während unserer fast 2000 Kilometer währenden Testfahrtzeit auch der Sparsamste unter uns nicht erringen, aber der brachte es auf immerhin 4,9 Liter/100 km Verbrauch. Zum Vergleich: Ein Golf Diesel neuester Bauart braucht (im Fahrtest) ähnlich viel, ein Golf Benziner liegt um 1,5 Liter höher im Verbrauch. Mit unserer Bestmarke von 4,9 Litern im Test liegen wir etwa einen halben Liter über den genormten Hersteller-Angaben, erreicht haben wir das mit einem Anteil von 60 Prozent Stadt-, 30 Prozent Landstraßen und 10 Prozent Autobahnfahrt. Dem reibungslos funktionierenden Start-Stopp-System (mit knapp bemessenen Stopp-Phasen), dem CVT-Getriebe und dem Eco Assist (der alleine bis zu 10 Prozent sparen hilft) sei Dank.

Alles fließt, große Schuhnummern stolpern
Diese Stadt-Land-lass-es-fließen-Mischung machte uns mit dem 4,4 Meter langen und nur 1,2 Tonnen schweren Familien-Kompaktwagen auch am meisten Spaß und schafft ideale Umweltbedingungen für die Insight-Flora: Maximal fünf zweifach beblätterte Bäumchen belohnen am Ende den dahin fließenden Fahrer, der mit Weitblick und innerer Ruhe, ohne starkes Bremsen und wieder Beschleunigen auskommt.

Insight10_Heck_StadtIm Münchner Stadtverkehr bedarf es dazu einiger Übung, wie sie auch Fahrspartrainings lehren, ist doch der Insight-Eco-Assist nichts anderes als ein eingebauter, elektronischer Gameboy, pardon, Spartrainer, der mit blauen Balken mahnt: Runter vom Gas! Dieses „Runter vom Gas“ kann manchmal nur Nuancen, sprich Millimeter, bedeuten um die der Gasfuß seine Position verändern muss, und wir stellten bei unseren Testfahrten fest, dass größere Schuhnummern sich mit dieser Sensibilität mitunter schwer tun. Auch hierbei nützt die Betätigung des ECON-Knopfes, der u.a. auch dabei hilft, dass eine gleich bleibende, an Drehzahl und Bedingungen angepasste Gaszugabe erreicht wird. Wer befürchtet, sich während der Fahrt in seiner Konzentration zu sehr von den wachsenden Blumen im Cockpit ablenken zu lassen, der beschränke sich auf die Darstellung des ECO-Score bei ausgeschalteter Zündung. Dann meckern zwar die Kinder auf dem Rücksitz wieder (Platz für drei, aber nicht höher als 1,75 Meter), aber bei so großem Sparpotenzial reicht das Geld vielleicht für das Entertainment-System, das es für die Rücksitze zusätzlich gibt.

Apropos meckern: Für Fahrer, die es gewohnt sind, mal eben auf die Tube zu drücken, zackig zu beschleunigen und mit Max-Speed über die Autobahn zu düsen, empfehlen wir Ohrstöpsel oder lautes Singen. Der 1,3-Liter-Otto-Motor ist mit seinen 88 PS und einem Drehmoment von 121 Nm bei ca. 4800 min-1 wirklich nicht dafür gebaut und bekundet dies mit lautem Gejammer. „Verflixt noch mal, schalt doch endlich!“, ruft man der stufenlosen Automatik zu, aber der Insight schlägt erst leisere Töne an, wenn man wieder weniger Gas gibt. Das irritiert und wirkt wie ein hörbarer, erhobener Zeigefinger. Wir wissen ja, dass sich die japanischen Ingenieure aus einen sehr sparsamen, reibungsarmen Motor ausgetüftelt und außerdem aus Gewichtsgründen an schalldämmendem Material gespart haben, aber vielleicht könnten sie sich fürs nächste Modell doch einen harmonischeren, goldenen Mittelweg ausdenken?

Insight5_Heck-obenProtzen mit effizientem Fahrstil
Wenn dann die Kinder endlich schlafen, können wir uns den Insight auch mal in Ruhe von außen betrachten. Und siehe da: Knackig sieht er aus, und völlig egal ist uns, ob es Toyota oder Honda war, die das Design für den Prius oder den Insight zu erst auf dem Reißbrett hatten, schließlich kommt es darauf an, was man daraus macht. Und dafür wurde der neue Insight unlängst mit dem Oscar der Design-Welt, dem Red Dot Design Award ausgezeichnet. Trotzdem: Wer den neuen Insight haben will, will vor dem Nachbarn nicht mit einem Statussymbol protzen, sondern allenfalls mit Auto-Sachverstand und effizientem Fahrstil. Wer ein sparsames Automobil bauen (und fahren) will, muss auf viel Blech verzichten und aerodynamisch denken.

Insight_InteriorSportlich-Elegant wirkt der Insight und mit einer Mischung aus Stolz und Trotz schaut er uns an. Kein verweichlichtes Kulleraugengesicht rührt unser ökologisches Gewissen sondern das kantige Aussehen bestätigt unsere Erwartungen, die wir an innovative, mutige Technik stellen. Uns stört auch nicht das zweigeteilte Mini-Sichtfeld im Heckfenster, dessen Größe durch die coupéhafte Form eingeschränkt wird. Uns stört eher die geringe Kopf- und Kniefreiheit im Fond, weil manche Menschen über 1,80 m groß sind und hinten höchstens gepressten Platz haben. Weil die Insight-Erbauer die Kontrolleinheit und die Batterie des Hybridantriebs im Fahrzeugboden eingebaut haben, ist hingegen im Kofferraum genügend Platz für eine sehr große Spielesammlung, er bietet (selbst) gemessene Ausmaße von 1,41/0,95 m (max./min. Breite) auf 1,50/0,86 m (max./min. Länge) – die Rücksitze lassen sich 60:40 umklappen zu einer ebenen Ladefläche.

Als wir die Heckklappe leise ins Schloss fallen lassen und einen letzten Blick auf unser hybrides Spacemobil werfen, wird uns voller Stolz bewusst, dass wir verstanden haben, was ein Insight ist und wie man ihn fährt. Hinter dem Vorhang drüben bemerken wir unseren neugierigen Nachbarn. Morgen laden wir ihn zu einer Probefahrt ein und zeigen ihm, dass ein Hybrid nichts Unanständiges ist und wie er funktioniert. Klar, die Kinder dürfen wieder mit, und im Cockpit läufft dann das volle Programm.

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