Frauen wissen mehr über Hybridtechnik – Männer wollen Spaß
Tja, meine Herren, das zum Thema Fahrspaß: Entweder 19,9 Prozent von euch wissen nach einer Infratest-Umfrage* wirklich nichts davon, dass ein elektrisch angetriebenes Auto, ebenso wie ein Hybrid, ein testosterongesteuertes Drehmoment zu bieten hat, oder Frauen sind einfach die cleveren Autofahrer: Beim Hybrid fahren den Appetit holen, daheim Spaß haben
Wir haben es geahnt: Etwa 76 Prozent der Autofahrer wissen nicht genug über „alternative Mobilität“. Das zumindest hat das Meinungsforschungsinstitut forsa in einer anderen Erhebung herausgefunden. Jeder dritte Autofahrer wünscht mehr Aufklärung über Elektroautos, jeder fünfte interessiert sich für Biodiesel und 45 Prozent der Autofahrer wollen mehr über andere alternative Antriebe wissen.
„Gerade die Vor- und Nachteile der „alternativen Mobilität“ sind vier von fünf Autofahrern nicht klar“, teilte das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) mit, das die Umfrage** im Mai beauftragt hatte. Und wie sollte es auch anders sein: „Vor allem Frauen (86 Prozent) fühlen sich wenig informiert“, heißt es in dem Ergebnisbericht. Nun wissen wir nicht, ob sich die Formulierung „fühlen sich wenig informiert“, auf die subjektive Gefühlslage der befragten Frauen im Allgemeinen zurückführen lässt, oder auf deren objektiven Mangel an Information oder – dritte Möglichkeit – auf die möglicherweise suggestive Fragestellung. Haben die Mitarbeiter von forsa womöglich gefragt: „Fühlen Sie sich wenig informiert?“
Fragen über Fragen! Kaum veröffentlicht, verblüfft uns dieser Tage eine weitere Umfrage in Sachen alternative Antriebe. TNS/Infratest stellte im Auftrag des Autozubehör-Herstellers Continental ebenfalls Fragen an tausend repräsentative Autofahrer. Schwerpunkt der Studie waren wie im Vorjahr das Fahrverhalten, der Kenntnisstand sowie die Ansichten der Autofahrer zu Hybridantriebssystemen. Denn Continental baut Komponenten für elektrische Antriebssysteme und erwartet für das Jahr 2012 rund zwei Millionen Hybrid- und Elektrofahrzeuge weltweit.
Ein Ergebnis der Conti/Infratest-Umfrage lautet: Der Bekanntheitsgrad alternativer Antriebe und insbesondere Hybridtechnologien steigt deutschlandweit stetig. Auf die Frage, ob sie schon mal etwas darüber gelesen oder gehört hätten, antworteten nach 86,9 Prozent im Vorjahr nun 88,9 Prozent mit Ja. Und: Besonders bei den weiblichen Befragten sei – so steht es in der Mitteilung von Continental – „eine positive Tendenz erkennbar“. Damit nicht genug: Frauen haben nicht nur schon mal was von Hybridtechnik gehört, sondern sie wissen sogar WAS DAS IST! Und mehr als ein Drittel kann sich sogar vorstellen einen Hybriden zu fahren, JAWOHL!
In Zahlen: Während 2007 weniger als zwei Drittel (61,6 Prozent) der Autofahrerinnen Hybridtechnologien kannten, konnten bereits im Jahr drauf rund 75 Prozent und 2009 sogar gut 79 Prozent diese entsprechend einordnen. Der Anteil der Frauen, die wissen, dass es sich bei Hybridantrieben um eine alternative Antriebsart handelt, die Elektro- und Verbrennungsmotor kombiniert, hat sich seit dem vergangenen Jahr sogar um rund 36 Prozent gesteigert. Knapp jede fünfte Befragte (18,4 Prozent; 2007: 13,5 Prozent) konnte diese Technologie ungestützt erklären.
Übrigens: Neben den Anschaffungskosten beeinflussen Fahr- und Umweltfaktoren die Entscheidung über einen Hybridkauf – allerdings mit unterschiedlicher Priorität bei männlichen und weiblichen Befragten. Fast jede vierte (23,2 Prozent) deutsche Autofahrerin würde sich der Umwelt zu Liebe für ein Hybridauto entscheiden. Der Fahrspaß steht mit 11,2 Prozent hingegen nicht im Vordergrund. Die deutschen Männer glauben jedoch, dass der Fahrspaß (19,9 Prozent) wichtiger ist als der Umweltgedanke (12,0 Prozent). Die Wahrscheinlichkeit für den Kauf eines Hybridautos ist marginal gestiegen. 28,4 Prozent (2008: 27,4 Prozent) der Deutschen kann sich vorstellen, bestimmt oder mit großer Wahrscheinlichkeit einen Hybridwagen zu kaufen.
Und last and least haben wir auch noch eine Frage: Verstehen Sie das Foto (s.o.), das Continental zur Illustration seiner Pressemitteilung über Hybrid-Versteherinnen zur Verfügung stellt?
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ALLGEMEINES, Nachaltig leben, ecomobil_AKTUELL, mobil_PolitikIm Verkehrsbereich: Bis 2020 mehr als 30 Millionen Tonnen CO2 weniger
Hallo Bundesregierung! Habt ihr eigentlich alles im Griff in Sachen CO2-Minderung im Verkehrsbereich? Habt ihr eure Versprechen gehalten, die ihr euch und uns im Dezember 2007 in Meseberg gegeben habt?
Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen wollte das ganz genau wissen, und stellte deshalb am 4. Juni eine „Kleine Anfrage“ im Bundestag. Die „kleine“ Anfrage enthielt 57 Fragen, darunter: Wie viel Tonnen CO2 könnten die Deutschen sparen, würden sie in den Städten bessere Verkehrskonzepte vorfinden, hätten sie kürzere Wege zwischen Wohnen und Arbeiten zurück zu legen, und würden mehr mit dem Fahrrad fahren.
Die Antwort: Wir alle könnten „ . . . laut Schätzungen des UBA (Kommunal mobil, 2008) 10 Mio. Tonnen CO2-Emission bis zum Jahr 2020 durch eine Verminderung und Umkehrung der Zersiedlungstendenz einsparen. Die Wege müssten dafür bis 2020 um 10 Prozent kürzer werden. Und würden wir 30 Prozent aller bisherigen Pkw-Fahrten im Entfernungsbereich bis 6 km mit dem Fahrrad erledigen, ließen sich nach Berechungen des Umweltbundesamtes pro Jahr 7,5 Mio. t CO2 einsparen.
Wissen wollten die Fragesteller außerdem auch, ob „die Bundesregierung dem Beispiel des Deutschen Bundestages folgen wird, und in ihren Behörden nur noch Dienstwagen der oberen Mittelklasse beschaffen wird, die ab sofort weniger als 140 g CO2/km emittieren und ab 2012 weniger als 120 g CO2/km?
Die Antwort hierauf und alle anderen Fragen und Antworten können Sie hier nachlesen: (Fragen mit Antworten, veröffentlicht am 21. Juli 2009 in einer elektronischen Vorabfassung des Bundestages).
Für alle, die in aller in Kürze wissen wollen, was hinten raus kommen soll: Im Verkehrsbereich sollen durch das Integrierte Energie- und Klimaprogramm(IEKP) bis zum Jahr 2020 insgesamt rund 30,4 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Größter Posten ist dabei die so genannte CO2-Strategie Pkw, mit der die CO2-Emissionen im Verkehrsbereich um 17 Millionen Tonnen verringert werden sollen. Damit wird eine Verordnung der EU umgesetzt, mit der der CO2-Ausstoß von Neuwagen ab 2012 bis 2015 in vier Schritten auf 130 Gramm begrenzt wird. Auch der Ausbau von Biokraftstoffen (4,6 Millionen Tonnen) und die Umstellung der Kfz-Steuer auf CO2-Basis (3,1 Millionen Tonnen) sollen weitere Einsparungen bringen.
Die Bundesregierung schreibt in ihrer Antwort außerdem, sie halte weiter an ihrem Ziel fest, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Weil wir Autofahrer uns darauf (und auf andere Versprechen und Prognosen) klugerweise nicht verlassen wollen (und können), fangen wir heute mit dem Treibstoffsparen an und nehmen für Strecken unter sechs Kilometer Länge nur noch das Fahrrad – versprochen!
Apropos Prognose: Bis ins Jahr 2030 blickte in Berlin eine Forschungsgruppe im Rahmen des Projektes renewbility. Was die Gruppe aus Vertretern der Automobil-, Bahn-, Energie- und Logistikbranche sowie Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden zusammen mit dem Öko-Institut (Projektleitung) und DLR – Institut für Verkehrsforschung sowie dem Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU Heidelberg), dem Institut für Energetik und Umwelt (IE Leipzig) und der Technischen Universität Dresden (TU-DD) als wissenschaftliche Partner für das Jahr 2030 prognostizieren, können Sie hier lesen:
Das wichtigste Ergebnis dieser Prognose-Forschung,die auf der Abschlussveranstaltung des Forschungsvorhabens in Berlin am 30. Juni veröffentlicht wurde: Der Verkehrssektor kann unter den gesetzten Rahmenbedingungen und Annahmen bis zum Jahr 2030 seine Treibhausgasemissionen unter Einbeziehung der Vorkette um bis zu einem Viertel gegenüber 2005 senken. Ein Viertel – das konnte selbst das Bundesumweltministerium in zwei Jahren mit seiner verbrauchsreduzierten Dienstwagenflotte einsparen.
Und fürs Allgemeinwissen noch dies: 30,4 Millionen Tonnen CO2, das entspricht wieder verflüssigt und umgerechnet 12.773.109.244 Liter Benzin, was wiederum 80.334.020 Barrel Rohöl entspräche (sofern wir richtig gerechnet haben). Zum heutigen Tagespreis hätte die Bundesregierung mit den 30,4 Millionen Tonnen CO2 also „umgerechnet“ 5.334.178.954 US Dollar an Rohölkosten eingespart. Und wir Autofahrer in unserer deutschen Gesamtheit hätten bei einem Literpreis von derzeit 1,30 Euro noch 16.605.042.017 Euro und 20 Cent mehr in der Tasche. Und noch ein Vergleich zu Veranschaulichung: 30,4 Millionen Tonnen – das entspricht etwa dem Gewicht von 250.000 Blauwalen, so viele hat es wohl irgendwann einmal auf dieser Welt maximal gegeben (heute nur noch geschätzt 5.000).
darue Quellen: Bundestag, BUM, www.renewability.de
Fotos © Robert Kelly – Fotolia.com (CO2) und © outdoorsman – Fotolia.com (Wal)
ALLGEMEINES, MOBIL, Nachaltig leben, mobil_PolitikWie man besser fährt. Bundesweite Spritsparaktion startet
Die Fahrer von mehr als 720 Millionen Pkw auf den Straßen der Welt (bis 2020 sollen schätzungsweise noch einmal 130 Millionen dazu kommen) müssen lernen wie man besser fährt. Denn noch verbrennen diese Pkw jährlich etwa 500 Milliarden Liter Diesel und Benzin, und pusten rund 1,2 Milliarden Tonnen CO2 in die Luft. Zuviel zum Überleben.
Gut, dass es heute bereits kluge Technik (z.B. Eco Assist und eco:DRIVE), kluge Fahrschullehrer und kluge Autofahrer gibt, die wissen wie man Sprit spart. Ohne dieses Wissen läuft in Zukunft nichts mehr.
„Für Geldbeutel und Klima“ startet der ökologische Verkehrsclub gemeinsam mit den bundesdeutschen Verbraucherzentralen (vzbv) jetzt eine bundesweite Spritsparaktion. Autofahrer erhalten Spritspartipps, mit denen sie „bis zu 30 Prozent Kraftstoff sparen und damit zum Klimaschutz beitragen können”. Ab Montag, 20.Juli informieren Verbraucherzentralen und der Verkehrsclub Deutschland an Straßen, Rastplätzen oder Ausflugszielen Autofahrer, wie sie mit einfachen Tricks Sprit, CO2 und Geld sparen können.
Sprit sparen ist das, was wir alle JETZT tun können, solange die Ingenieure noch am Tüfteln sind und die Autohersteller händeringend grübeln, wie sie ihre Produktionsbänder endlich komplett umstellen können auf effiziente(re) Sparmodelle. Denn: „Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilwirtschaft hängt mehr denn je von der Leistungsfähigkeit, den Kosten für Schlüsseltechnologien sowie der Kooperation der Akteure in Forschung, Wirtschaft und Politik ab“, sagt Univ.-Prof. Dr. Marion Weissenberger-Eibl, Institutsleiterin des Fraunhofer ISI.
Jedes Milchmädchen weiß, dass clevere Autofahrer, die den Fuß vom Gas und die Zementsäcke aus dem Kofferraum nehmen, ebenso unabdingbar sind für unsere Welt, wie neue Schlüsseltechnologien für den Individualverkehr: Denn von den knapp 170 Millionen Tonnen CO2, die der gesamte Verkehrssektor pro Jahr verantwortet, gehen über die Hälfte auf das Konto der 41 Millionen in Deutschland zugelassenen Pkw, rechnet der VCD vor, und: “Wenn nur ein Prozent der Autofahrer(und -innen) in Deutschland alle Spritspartipps beherzigt und ihren Kraftstoffverbrauch um 30 Prozent reduziert, würden pro Jahr knapp 265.000 Tonnen CO2 eingespart”, sagt vzbv-Vorstand Gerd Billen.
Billen appelliert zugleich an die Autohersteller, bei der Entwicklung klimaverträglicher Antriebstechniken „nicht nachzulassen“ und sparsame Modelle stärker zu bewerben – “allerdings mit realistischen Angaben über den Sprit-Verbrauch”. “Denn noch immer schönt die Autoindustrie bei vielen Modellen die Verbrauchswerte”, warnte Billen. Die Klimakampagne “für mich. für dich. fürs klima.” mahnte bereits mehrere Hersteller und Händler wegen falscher oder fehlender Angaben zum Kraftstoffverbrauch einzelner Modelle ab.
“Wenn Hersteller, Handel und Verbraucher an einem Strang ziehen, kann der CO2-Ausstoß im Verkehrsbereich erheblich gesenkt werden”, so Billen. “Die Autofahrer können schon mit einfachen Tricks ihre Tankkosten um bis zu mehrere hundert Euro im Jahr senken – ohne auf Komfort zu verzichten oder weniger mobil zu sein.”
Wir meinen: Sprit sparen sollte zu einer grundsätzlichen sozialen Kompetenz werden. So wie höflich grüßen, Hausaufgaben machen, Steuer zahlen und die Toilettentür hinter sich schließen.
darue
Zehn Spritspartipps zum Mitnehmen
Ein Faltblatt der Kampagne “für mich. für dich. fürs klima.” in Kooperation mit dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) gibt “Zehn Spritspartipps”. Die vier größten Einsparhelfer sind:
Kurzstrecken: Bei kurzen Strecken unter fünf Kilometer ist der Verbrauch und der Verschleiß besonders hoch. Deshalb lieber öfter das Auto stehen lassen und zu Fuß gehen oder Rad fahren.
Reifendruck: Hoher Reifendruck sowie Leichtlaufreifen verringern den Rollwiderstand des Wagens.
Hochschalten: Zügiges Anfahren und schnelles Hochschalten sparen Sprit.
Ballast: Jedes unnötige Gewicht im Kofferraum oder ein unbenutzter Dachgepäckträger kostet zusätzlich Treibstoff.
Details zu Aktionen gibt es in den einzelnen Bundesländern bei den Klimateams der Verbraucherzentralen vor Ort (Kontakt unter www.verbraucherzentrale.de).
Die Verbraucherallianz
“für mich. für dich. fürs klima.” ist eine Kampagne des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) mit den 16 Verbraucherzentralen, dem Deutschen Mieterbund (DMB), der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) dem VerbraucherService (VS) im Katholischen Deutschen Frauenbund und Germanwatch. Die Allianz klärt mit bundesweiten Aktionen über die Chancen jedes Einzelnen beim CO2-Einsparen auf. Gegenüber Politik und Wirtschaft vertritt sie die Interessen der Verbraucher für einen Klimaschutz ohne Hürden. Unlautere Werbung mit Klimaschutzargumenten stoppt sie mit juristischen Mitteln
Quelle: VCD
smart car2go – mobil sein für 19 Cent
Was gibt’s für 19 Cent? Eine Telefoneinheit verplaudern, eine SMS verschicken, anderthalb Liter Mineralwasser beim Discounter und eine Minute Autofahren. Klingt wenig, ist aber so. Wo es das gibt? Vorerst nur in Ulm Stadt, ab Herbst auch in Austin/Texas und wenn alles gut läuft (und es wird gut laufen), dann auch bald in anderen Städten.
Car2go heißt das pfiffige Konzept und pfiffig ist es, weil es sich in drei entscheidenden Punkten vom – leider noch – behäbigen car-sharing abhebt:
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Man rechnet minutengenau ab (19 Cent pro Minute, 9,90 Euro pro Stunde und 49 Euro pro Tag); Steuern, Versicherung, zurück gelegte Kilometer und Kraftstoff sind inklusive.
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Man muss sich nicht umständlich voranmelden und schon vor Fahrtantritt wissen, wie lange man das Auto braucht.
Mit diesen Vorteilen wird car2go gegenüber car-sharing oder Automieten zu einem Mobilitätskonzept für Leute, die gerne an der nächsten Ecke ins Auto steigen, damit fahren und es am Ziel stehen lassen – so wie man Auto fahren mit dem eigenen Wagen gewöhnt ist. „Gute Gründe für die Neuentdeckung des Autofahrens im Stadtverkehr“ nennt das die Daimler AG, die heute in Ulm die Pilotphase für ihr neues Mobilitätskonzept offiziell und mit einem Aufmarsch von 200 smart fortwo cdi vor dem Ulmer Münster in Szene setzte. „Buchstäblich an jeder Ecke“, fände sich künftig in Ulm ein car2go. Vorausgesetzt es gäbe in Ulm nur 200 Ecken, würde das „Buchstäbliche“ Realität werden und Autofahren kann dann in Ulm „so einfach sein, wie mobiles Telefonieren“.
Nachhaltige Mobilität, die denkbar einfach funktioniert: Öffnen mit Chip, einsteigen und PIN eingeben, losfahren. Das Fahrzeug kann dann beliebig lange genutzt und auf jedem freien öffentlichen Parkplatz innerhalb des Gebietes zurückgegeben werden. Einzige Voraussetzung für smart-to-go-Nutzer: Eine einmalige und kostenlose Registrierung als Kunde und ein gültiger Führerschein. Auf den kleben smarte Serviceleute einen kleinen Chip – das ist das „Sesam-Öffne-Dich!“ für die Fahrzeuge hinter deren Windschutzscheibe ein elektronischer Kartenleser montiert ist. Einmal registriert, lässt sich so jedes car2go öffnen, das Handschuhfach öffnet sich nach Eingabe eines PIN, den man via SMS oder bei der Onlinebuchung erhalten hat und dort liegt der Zündschlüssel. Mit diesem Schlüssel kann man den smart (alles fortwo-Diesel mit 3,3 Liter Verbrauch und 88g CO2/km) ganz normal benutzen, die Fahrt mehrmals unterbrechen und wieder starten. Erst beim Ausloggen mit dem Führerschein-Chip wird die Fahrtdauer gebucht. Wo immer ein freier smart steht, kann ein registrierter Kunde diesen sofort “vom Fleck weg” mieten. Freie Fahrzeuge können „jederzeit auch schnell und einfach“ über das Internet oder eine Telefon Service-Hotline aufgefunden werden. Wer mag, kann auch bis zu 24 Stunden im Voraus buchen und erhält eine SMS mit dem genauen Standort des reservierten Fahrzeugs.
„Der Erfolg der ersten Pilotphase hat uns selbst überrascht“, sagte Robert Henrich, verantwortlicher Projektleiter der Daimler AG. „In nur zwei Wochen hatten sich bereits über 500 Kunden bei car2go registriert – eine Zahl, die wir so nicht erwartet hatten. Teilweise konnte ich aus meinem Büro beobachten, wie Mitarbeiter nach Feierabend zum Parkplatz sprinteten, um noch ein car2go zu erwischen.“ Zu den Spitzenzeiten war die komplette Flotte voll ausgelastet. Seit dem Start gab es über 8.000 Mietvorgänge und pro Tag nutzten bis zu acht Kunden ein und dasselbe Fahrzeug.
Wer jetzt in Ulm nicht mitmachen kann, der will vielleicht zumindest mitbloggen: Heute ging smart mit dem car2go-Blog ins Netz (http://blog.car2go.com/), betreut von Unternehmens-Sprecher Andreas Leo. „Es soll etwas Neues probiert werden“, sagt Leo in seinem ersten Beitrag (http://blog.car2go.com/2009/03/25/herzlich-willkommen-im-car2g-blog), man sei offen nicht nur für car2go-User sondern auch „andere Leute, die zum Thema „Mobilität“ etwas beitragen können.“ Das können wir!
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ALLGEMEINES, Nachaltig leben, mobil_Agrarsprit
1000 Liter Wasser pro Liter Agrotreibstoff
Auf den Tag des Waldes folgt der des Wassers: Der BUND – Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland zieht anlässlich des Weltwassertages am 22. März eine gruselige Bilanz: Würde man eine trockene Jeans auswringen können, plätscherten daraus rund 5.000 Liter virtuelles Wasser und bevor ein saftiges 300-Gramm-Rindersteak auf dem Teller blutet, mussten zuvor etwa 4.500 Liter Wasser über den Jordan gehen, etwa 25 gefüllte Badenwannen.
Warum das so viel ist, wird klar, wenn man weiß, dass ein Rind, das mangels Wiesen mit Soja ernährt wird, pro Kilo Fleisch 10 Kilogramm Soja braucht. Für die Produktion jedes Kilos Soja müssen wiederum 1000 Liter Wasser eingesetzt werden. Last not least: Hundert mal mehr Wasser als in einem Rindersteak stecken in einem deutschen Mittelklassewagen – dazu später mehr.
Die Idee des „virtuellen Wassers“, das in Produkten des täglichen Bedarfs steckt, stammt nicht vom BUND sondern vom britischen Wissenschaftler John Anthony Allan, der dafür letztes Jahr den Stockholmer Wasserpreis in Empfang genommen hat. Der Professor vom Londoner King’s College bezeichnet als „virtuelles Wasser“ den Wasserverbrauch, der zur Herstellung von Produkten wie Weizen, Kleidung, Saft oder Autos nötig ist. Darauf machte der BUND nun erneut aufmerksam: „In vielen Produkten des täglichen Bedarfs stecken enorme Mengen „unsichtbaren Wassers“. Für Anbau, Verarbeitung und Lagerung von einem Kilo Kaffee seien insgesamt sogar rund 20000 Liter Süßwasser erforderlich, macht pro Tasse Kaffee etwa 140 Liter – etwa soviel wie für ein Ei. Teetrinker können künftig noch besser genießen, wenn sie wissen, dass für eine Tasse Tee nur 35 Liter Wasser benutzt wurden.
In Agrarprodukten steckt generell sehr viel virtuelles Wasser. Die Liste der Agrarprodukte führt der Agrotreibstoff an. 1000 Liter Wasser fließen pro Liter „Bio“-Treibstoff (Ein Liter Bio-Ethanol kann jedoch bis zu 5000 Liter Wasser verschlingen). Dreimal soviel wie der Agrartreibstoff, knapp 3000 Liter Wasser, braucht man für die Herstellung eines Baumwoll-T-Shirts, die Produktion von einem Liter Milch oder einem Kilo Weizen benötige bis zu 4000 Liter und ein Kilo Reis bis zu 5000 Liter Wasser. Enorme Mengen virtuellen Wassers stecken in Produkten aus Aluminium, Edelmetall und Stahl. Weil wir dabei gleich an ein Auto denken, zitieren wir hier – ohne Golfspielern nahe treten zu wollen – gerne Sebastian Schönauer, Wasserexperte beim BUND (http://www.bund.net/): „Vor allem in Ländern, die ohnehin unter Wassermangel leiden, ist die Verwendung von sehr viel Wasser für Exportprodukte ein großes Problem. Jeder weiß, dass die Bewässerung von Golfplätzen in Spanien zur Absenkung des Grundwasserspiegels und zur Austrocknung ganzer Regionen führt. Kaum jemand aber weiß, dass mit dem Export eines in Spanien hergestellten Mittelklasseautos weit mehr als 100000 Liter virtuelles Wasser exportiert werden.“ 
Und wieviel Wasser steckt in einem 7er BMW oder einem E-Smart? Die Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V. (http://www.virtuelles-wasser.de/372.html) hat eine praktische Formel entwickelt: „Als Daumenregel für Industrieprodukte gilt: pro US-Dollar Warenwert kostet ein Industrieprodukt aus den USA 100 l, aus Westeuropa ca. 50 l und aus dem asiatischen Raum ca. 20 l virtuelles Wasser.“ In diesem Zusammenhang hier die Mengen an virtuellem Wasser, die nach den Berechnungen von John Anthony Allan auf der Welt pro Tag verbraucht werden: Demnach „konsumiert ein US-Amerikaner durchschnittlich etwa 6000 Liter virtuelles Wasser pro Tag, jeder Europäer rund 4000 und die Bewohner vieler afrikanischer Staaten weit weniger als 1000 Liter“. Noch mehr verblüffende und auch erschreckende Details zum Thema „Wasser-Fußabdruck“ finden Sie auf der Website „waterfootprint“ der UNESCO: http://www.waterfootprint.org/?page=files/home.
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ALLGEMEINES, Nachaltig leben, ecomobil_AKTUELL, mobil_Agrarsprit
Unser Geschenk zum Tag des Waldes 2009
Haben Sie am Samstag schon was vor? Der Wetterbericht verspricht sonnige Stunden, also auf in den Wald, denn am 21. März ist Internationaler Tag des Waldes. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel machte deshalb heute auf die weltweite Vernichtung von Wäldern aufmerksam: „Die Welt verliert immer noch jedes Jahr rund 13 Millionen Hektar Wald. Das muss aufhören, um die für uns Menschen unentbehrlichen Funktionen von Wäldern dauerhaft zu sichern.” Da hat er Recht!
Übrigens: Wälder sind wichtige Kohlenstoffspeicher für das globale Klima. Nach Schätzungen des Welt-Klimarates IPCC sind rund 20 Prozent der vom Menschen verursachten Kohlendioxid–Emissionen auf Landnutzungsänderungen, darunter die Zerstörung von Wäldern insbesondere in den Tropen, zurückzuführen. Kennen Sie hierzu unseren Artikel zum Thema “Agrarsprit” aus der ecomobil-spezial-Ausgabe /Juli 2008? (http://www.ecomobil-magazin.de/auto/) – wenn nicht: Hier ist unser Geschenk für Sie zum Tag des Waldes: Unter ecomobil_biosprit_07-2008 haben wir den Text als pdf hinterlegt, nur für den Fall, dass es am Samstag doch Schmuddelwetter geben sollte, und Sie Lust auf Lesen haben.
Wir erlauben uns außerdem an dieser Stelle den Bundesumweltminister und seine zugehörige Regierung höflich daran zu erinnern, was Deutschland auf der UN-Naturschutzkonferenz vom Mai 2008 in Bonn zugesagt hat: Für den internationalen Schutz von Wäldern und anderen gefährdeten Ökosystemen stellt unser Land bis 2012 insgesamt 500 Millionen Euro und ab 2013 jährlich weitere 500 Millionen Euro bereit. „Das ist ein herausragender Beitrag Deutschlands sowohl für das Weltklima als auch zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in den betroffenen Regionen”, sagte Gabriel. Und da hat er auch Recht. Damit es nicht überall in den Regenwaldgebieten bald so aussieht: 
ALLGEMEINES, MOBIL, Nachaltig leben
CarSharing mit starkem Zuwachs
Der Bundesverband CarSharing e.V. meldete auch in diesem Jahr wieder eine Zuwachsrate von 18,1 Prozent. Die im CarSharing angebotene Fahrzeuganzahl konnte zum Jahresbeginn 2009 auf 3.900 Fahrzeuge erhöht werden. Die Fahrzeuge verteilen sich bundesweit auf 1.850 CarSharing-Stationen – das sind 250 Stationen mehr als ein Jahr zuvor (15,6 % Zuwachs). Inzwischen sind in mehr als 270 deutschen Städten und Gemeinden CarSharing-Angebote verfügbar. Eine Ortsliste der CarSharing-Angebote gibt es auf der Webseite des bcs.
Im Jahr 2008 waren einige neue Marktteilnehmern zu verzeichnen: So hat die Sixti GmbH, eine Tochterfirma des Sixt-Konzerns im Juni in Berlin einen CarSharing-Versuchsballon gestartet. Im Herbst 2008 begann die Daimler AG ihr CarSharing-ähnliches Projekt Car2go in Ulm, zunächst als interne Technikerprobung mit 50 Smart-Fahrzeugen, das im Frühjahr 2009 mit größerer Fahrzeugzahl auch für die Ulmer Bevölkerung geöffnet werden soll. Weitere investitionsstarke Marktauftritte von „Quereinsteigern“ sind angekündigt.
Zunehmendes Interesse an Öko-Autos
Die große Mehrheit der deutschen Autofahrer ist einer Umfrage zufolge grundsätzlich am Kauf umweltfreundlicher Autos interessiert und würde dafür sogar mehr Geld ausgeben. Das geht aus der jüngsten Umfrage der Dekra unter mehr als 1250 Personen im November und Dezember hervor.
92,4 Prozent aller Befragten seien zu einem Umstieg auf ein Fahrzeug mit alternativer Technik bereit. Fast zwei Drittel (62,9 Prozent) würden dafür auch einen höheren Preis zahlen, wenn sie Förderungen bekommen oder das Auto relativ niedrige Betriebskosten hat. Außerdem akzeptieren die meisten Autofahrer für mehr Umweltschutz auch Nachteile.
Fast zwei Drittel der Befragten (61,5 Prozent) würden auch, der Studie zufolge, eine geringere Fahrleistung in Kauf nehmen und rund 40 Prozent eine geringere Reichweite. Mit einem schlechteren Tankstellennetz könnten sich 37,3 Prozent arrangieren, mit häufigerer Wartung der Fahrzeuge fast jeder Dritte (27,8 Prozent). 17,7 Prozent der Autofahrer sind allerdings nicht bereit, für ein spritsparenderes Auto Nachteile zu akzeptieren.
Anzeige der Woche: Lexus-Motiv
„Eine giftige Kröte, die in finsteren Löchern lauert“, nannte der deutsche Philosoph Schopenhauer den Neid. Der amerikanische Volkswirtschaftler John Galbraith stellt die Frage: „Wer könnte mit Sicherheit behaupten, der Hunger schmerze mehr als der Neid auf des Nachbars neuen Wagen?“
Die aktuelle Lexus Hybrid-Kampagne mit dem Slogan “Grün vor Neid” setzt den Stachel genau in dieses Fleisch – und ist damit erfolgreich. Als „Anzeige der Woche“ wurde sie jetzt mit dem Award des Marketing-Fachmagazins “Kontakter” ausgezeichnet. „Mit dem frechen Slogan bringt sie die Überzeugung der Lexus-Käufer auf den Punkt. Denn ihre Entscheidung für einen Lexus mit Hybridantrieb drückt Überzeugung aus und nicht Imponiergehabe. Der Neid der Nachbarn (oder auch der Lexus Wettbewerber) wird dabei zum willkommenen Nebeneffekt“, erläutert Lexus den Sinn der Werbung.
“Die Anmutung der Anzeige übersetzt den Anspruch eines ökologischen Premium-Autos mit formaler Klarheit. Die Headline verspricht Belohnung für den Käufer – endlich wieder ein Auto mit echtem Neid-Faktor”, stellte die Jury fest. Der Lexus RX 400h ist seit seinem Debüt im Jahr 2005 der einzige SUV mit Hybridantrieb auf dem deutschen Markt. Nach Angaben von Lexus entscheiden sich in Europa rund 90 Prozent der RX-Kunden für die Hybridvariante des SUV. Der 272 PS starke Allrader ist der meistverkaufte Lexus in Deutschland. Der CO2-Ausstoß liegt bei 192 g/km.
„Bei den Herstellern besteht die Tendenz, vornehmlich schwere Energiefresser mit der Hybridtechnik auszustatten. Es ist zu hoffen, dass die Technik zukünftig auch in kleinere Wagen eingebaut wird, die dann noch sparsamer sein können, “ relativiert der VCD diese Daten.
Landrover: Mit 133 Euro „freikaufen“?
„Nachhaltige Unternehmenspolitik“ nennt es der Automobilhersteller Land Rover, „verantwortungslose Kfz-Vorliebe kompensieren“ sagt Greenpeace Österreich dazu. Corpus Delicti ist das „CO2-Offset Programm“ des britischen Geländewagenbauers Land Rover. Am Dienstag hatte Land Rover in Wien bei einem Pressegespräch angekündigt, dass das „CO2-Offset-Programm“ ab sofort auch in Österreich eingeführt wird. Land-Rover-Kunden sollen dadurch die künftig zu erwartenden Emissionen ihrer Fahrzeuge finanziell ausgleichen können. Die Zahlung ist „nicht optional“ sondern obligatorisch.
Abhängig vom Neuwert des Modells soll der „Ablass“ zwischen 133 und 241 Euro betragen. „Mit diesem Programm – es ist das erste und größte seiner Art in der Automobilbranche – werden dann alle CO2-Emissionen ausgeglichen, die beim Betrieb des Fahrzeuges während der ersten 75.000 km anfallen“, teilte der Autobauer mit. 2009 will Land Rover Österreich so durch den Verkauf von geschätzten 1.400 Offroadern zirky 250.000 Euro an “Climate Care”, einem Anbieter von Emissionsausgleichsleistungen zahlen können.
„Land Rover will seine Kunden glauben machen, dass man für 133 Euro plötzlich mit gutem Gewissen ein Zwei-Tonnen-Auto kaufen kann”, monierte Greenpeace-Sprecher Jurrien Westerhof tags darauf. „Die Durchschnittsemissionen der Marke Land Rover betragen 249 Gramm CO2 pro Kilometer, womit der britische Hersteller von allen europäischen Marken nach Porsche der zweitgrößte Klimasünder ist. Die Emissionen eines durchschnittlichen Land Rover sind rund doppelt so hoch wie der Wert, den Autos 2012 im Schnitt emittieren sollen“. Zudem, so Greenpeace, präsentiere sich die Marke gern als Auto für Abenteurer, erreiche „in Österreich ihre größte Dichte aber vermutlich in der Wiener Innenstadt“. Land Rover wolle mit seiner Aktion vermitteln, „dass man seine verantwortungslose Kfz-Vorliebe mit nur 133 Euro kompensieren“ könne.
2006 hatte Land Rover sein Programm mit CO2-Ausgleichsmaßnahmen in Großbritannien gestartet, um die durch die Fertigung in den Land Rover-Werken verursachten Emissionen zu reduzieren, und auch dort den Kunden den Emissions-Ausgleich abzuverlangen. „Nach dem großen Erfolg dieses Programms in Großbritannien wurde das Programm schrittweise in Norwegen, Schweden, Niederlande und Belgien eingeführt, ab sofort nun auch in Österreich. Weitere Märkte sollen noch in diesem Jahr folgen“, kündigte Land Rover an.
